Monica Benicio, Marielle Francos Partnerin, und der Künstler Vhils in der Nähe des Wandbildes "Brave Wall" zu Ehren von Marielle Franco in Lissabon, Portugal, September 2018 © Fernando Figueiredo Silva
Monica Benicio, Marielle Francos Partnerin, und der Künstler Vhils in der Nähe des Wandbildes "Brave Wall" zu Ehren von Marielle Franco in Lissabon, Portugal, September 2018 © Fernando Figueiredo Silva

Meldungen | Deutschland | Brasilien : Brasilien/Deutschland: Brave Wall: Kunst für Frauenrechtlerinnen

"Brave Wall" ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen Amnesty International und der globalen Street Art-Community. Wir laden Künstler_innen dazu ein, mit beeindruckenden Kunstwerken mutigen Menschenrechtler_innen weltweit ein Denkmal im öffentlichen Raum zu setzen. Dabei soll die Sichtbarkeit und Anerkennung von Menschenrechtler_innen gestärkt und ihre Arbeit gewürdigt werden.

Das Projekt ist Teil der globalen"Mut braucht Schutz"-Kampagne (engl.: Brave) von Amnesty International. Mit der Kampagne fordern wir einen besseren Schutz von Menschen, die sich für Menschenrechte anderer stark machen und sich selbst dabei oft in große Gefahr bringen.

Brave Wall in Berlin für mutige Frauen

Die "Brave Wall" in Berlin Kreuzberg wird anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2021 umgesetzt - in Zusammenarbeit mit dem Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art. Im Mittelpunkt des Kunstwerks stehen Frauen und so genannte Women Human Rights Defenders.

Entworfen und gestaltet wird das Motiv von der Künstlerin Katerina Voronina. Es wird Marielle Franco darstellen, eine brasilianische Menschenrechtlerin und Stadträtin von Rio de Janeiro, die im März 2018 auf offener Straße erschossen wurde. Marielle Franco setzte sich insbesondere für die Rechte von Frauen, der Schwarzen Bevölkerung, jungen Favela-Bewohner_innen sowie lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LGBTI) ein.

"Es ist an der Zeit, dafür einzustehen, dass jede Person dieser Welt gleiche Rechte hat, ungeachtet des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Nationalität und Religion. Marielle Franco hat mich zutiefst beeindruckt. Sie war eine starke, mutige Frau, die unbeirrt gegen Machtstrukturen ankämpfte und dafür ihr Leben riskierte."

Katerina Voronina, Künstlerin

Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März wird das Kunstwerk in der Gitschiner Straße 64-67 in Berlin Kreuzberg eingeweiht.

Mit unserer "Brave Wall" machen wir auf die entscheidende Rolle von Frauenrechtlerinnen in der globalen Menschenrechtsbewegung aufmerksam. Denn es ist an der Zeit, die Menschenrechte aller energisch zu verteidigen! Lasst uns gemeinsam die wichtige Rolle von Frauen dabei würdigen!

Katerina Voronina ist in Moskau geboren und aufgewachsen. Dort studierte sie Kunst, Illustration und Animation. Ihre Werke zieren Wände an Spielplätzen und in Cafés und werden in Magazinen und Büchern weltweit veröffentlicht. Sie ist bekannt für ihre markanten und belebten Zeichnungen von Stadtzentren und der sich darin bewegenden Menschen.

Sie arbeitete zwei Jahre in Tel Aviv bevor sie 2018 nach Berlin zog, wo sie heute lebt und arbeitet.

Wer sind "Women Human Rights Defenders"?

Women Human Rights Defenders (WHRD) sind Frauen, die sich für Menschenrechte einsetzen, sowie Menschenrechtler_innen aller Geschlechter, die sich speziell für Menschenrechte in Bezug auf Frauen, Geschlechtergerechtigkeit und Sexualität engagieren. WHRD sind oft einer doppelten Gefahr ausgesetzt: Sie werden zum einen für das angegriffen, wofür sie kämpfen, zum anderen dafür, wer sie sind. Zudem sind sie oft mit geschlechtsspezifischer physischer und verbaler Gewalt, inklusiver sexualisierter Gewalt konfrontiert.

Doch gerade Frauenrechtlerinnen kommt eine entscheidende Rolle beim Schutz von Menschenrechten zu:

Sie setzen sich verstärkt für gleiche Chancen für Frauen, Mädchen, LGBTI und Menschen ein, die auf andere Weise die Geschlechternormen herausfordern. Sie fordern die Achtung ihrer sexuellen und reproduktiven Gesundheit und kämpfen gegen patriarchale Strukturen. Sie fördern Rechte für alle, einschließlich des Rechts, in einer gesunden Umwelt zu leben und diese vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen. Kurz gesagt, Frauenrechtlerinnen kommt eine ganz besondere Rolle für die Förderung all unserer Rechte zu. Dies wurde im Rahmen der Corona-Pandemie besonders deutlich. Denn diese verschärfte bereits bestehende geschlechtsspezifische Ungleichheiten und spitzte sich gegenseitig verstärkende Formen von Diskriminierung zu.