Meldungen | Deutschland | Brasilien : Amnesty Internationals „Brave Wall“ würdigt Menschenrechtsverteidigerin Marielle Franco mit einem Werk der Künstlerin Katerina Voronina

Das URBAN NATION Museum in Berlin und Amnesty International begehen den Internationalen Frauentag am 8. März gemeinsam. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Katerina Voronina entstand ein Mural zu Ehren der ermordeten Menschenrechtsverteidigerin Marielle Franco. 50 Liter Acrylfarbe schmücken von nun an eine Hausfassade in Berlin-Kreuzberg.

Die erste „Brave Wall“ von Amnesty International in Deutschland würdigt die Arbeit der Menschenrechtsverteidigerin Marielle Franco, die am 14. März 2018 in ihrer Heimatstadt Rio de Janeiro ermordet wurde. In Erinnerung an Franco gestaltete die Künstlerin Katerina Voronina in den vergangenen Tagen ihr erstes großes Mural an der Fassade eines Wohnhauses in der Gitschiner Straße 64 – 67 in Berlin-Kreuzberg – ein Denkmal für die Öffentlichkeit, das in Zusammenarbeit und mithilfe der Expertise von URBAN NATION entstanden ist.

„Frauenrechte sind Menschenrechte und damit ein wichtiger Teil unserer Menschenrechtsarbeit. Ich freue mich sehr, dass die erste ‚Brave Wall‘ in Deutschland von einer Frau, Katerina Voronina, gestaltet wurde und das beeindruckende Engagement der Menschenrechtsverteidigerin Marielle Franco würdigt“, erklärt Dr. Julia Duchrow, Stellvertreterin des Generalsekretärs von Amnesty International in Deutschland.

Katerina Voronina schließt das Projekt hoffnungsvoll ab: „In meinen Werken steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit der Realisierung der ‚Brave Wall‘ hatte ich die Möglichkeit, eine besondere und mutige Frau in den Fokus zu rücken. Illustration ist meine Leidenschaft – die damit verbundenen Botschaften sind mir ein besonderes Anliegen.“

„Dieses politische Mural zum Thema Frauenrechte gemeinsam mit Katerina Voronina zu realisieren, ist für das Programm des URBAN NATION Museums ein besonderer Moment. Der 8. März ist in Berlin erst im letzten Jahr zum gesetzlichen Feiertag ernannt worden. An diesem Tag nun in Kooperation mit Amnesty International die erste ‚Brave Wall‘ in Berlin und Deutschland zu präsentieren, stellt das Projekt in einen passenden Kontext“, sagt Jan Sauerwald, Leiter des URBAN NATION Museums.

Das circa 100 Quadratmeter große Mural ist dank der frühlingshaften Temperaturen in den vergangenen Tagen rasch entstanden: 10 Tage gestalterische Arbeit, knapp 50 Liter Acrylfarbe und unzählige Pinselstriche verschaffen der Hauswand in der Gitschiner Straße einen neuen, farbfrohen Anstrich. Die „Brave Wall“ ist auch von der U-Bahnlinie 1 aus nicht zu übersehen.

Hintergrund

Künstlerin Katerina Voronina

Katerina Voronina ist bekannt für markante Illustrationen von Stadtszenen, immer gestützt durch den Menschen. Ihre Werke findet man auf den Wänden bei Spielplätzen oder in Cafés, und werden in Magazinen und Büchern weltweit veröffentlicht. Bevor sie 2018 nach Berlin kam, arbeitete sie zwei Jahre in Tel Aviv.

URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART

Als Kooperationspartner hat URBAN NATION auch den Auswahlprozess begleitet. Die Jury war paritätisch mit Vertreterinnen und Vertretern von URBAN NATION und Amnesty International sowie der Journalistin Miriam Davoudvandi besetzt.

Künstlerinnen und ihre Werke sind in den Feldern der Zeitgenössischen Kunst und in der Urban Art immer noch unterrepräsentiert. Das URBAN NATION Museum hat sich vorgenommen, dies in seiner übergreifenden Museumsarbeit sowie den Einzelprojekten zu thematisieren und zu ändern. Das gemeinsame „Brave Wall“-Projekt mit Amnesty International gliedert sich dementsprechend gut in die Gesamtkuration des Hauses ein.

„Brave Wall“: „Mut braucht Schutz“-Kampagne

„Brave Wall“ ist ein Projekt im Rahmen der „Mut braucht Schutz“-Kampagne von Amnesty International, die auf politischer und gesellschaftlicher Ebene dazu aufruft, dass die internationalen Vereinbarungen zum Schutz von Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtlern eingehalten und umgesetzt werden. Tag für Tag setzen sich Menschen weltweit für ihre Rechte und die Rechte anderer ein. Doch wer sich für Menschenrechte engagiert, wird zunehmend diffamiert, überwacht, durch repressive Gesetze an der Arbeit gehindert – manchmal sogar ermordet. Immer mehr mutige Aktivistinnen und Aktivisten lassen sich davon nicht abschrecken und treten Menschenrechtsverletzungen entschlossen entgegen. Sie kämpfen gegen Folter, Vertreibung, Korruption, Diskriminierung und weiteres Unrecht.