Meldungen | Europa : MERSI erhält Tolerantia-Preis 2007

Am Abend des 3. November wurde zum zweiten Mal der von dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt MANEO initiierte deutsch-französisch-polnische Tolerantia-Preis verliehen.

Am Abend des 3. November wurde zum zweiten Mal der von dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt MANEO initiierte deutsch-französisch-polnische Tolerantia-Preis verliehen. Mit der trinationalen Auszeichnung würdigen die Organisationen SOS-Homophobie aus Frankreich, Lambda-Warsawa und Kampagne gegen Homophobie und Stiftung für Gleichberechtigung aus Polen und MANEO aus Deutschland beispielhaftes Engagement zur Überwindung von Homophobie und Hassgewalt in den jeweiligen Ländern.

Die Preisträger 2007 sind der polnische Bürgerrechtler und stellvertretender Chefredakteur der liberalen Tageszeitung „ Gazeta Wyborcza“ Piotr Pacewicz, das französische Theaterprojekt „Place de Mythos” und die deutsche Gruppe „Menschenrechte und sexuelle Identität “ bei amnesty international. Die diesjährige Preisverleihung fand im Pariser Louvre statt.

Als einziges noch aktives Gründungsmitglied von MERSI nahm Stephan Cooper gemeinsam mit Richard Harnisch die Auszeichnung für amnesty international entgegen. Mit dem Preis wurde der langjährige Einsatz von MERSI für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung gewürdigt. Bei einer der Preisverleihung folgenden Podiumsdiskussion wies Richard Harnisch darauf hin, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender weltweit in  zahlreichen Ländern verfolgt würden, weil sie anders aussehen oder leben als die Mehrheit der Bevölkerung. In Westeuropa werde das oft allzu leicht vergessen. Gerade daher sei Aufklärungsarbeit und die Schaffung öffentlichen Drucks ein wichtiges Element, um auf Missstände aufmerksam zu machen und sich so mit den Betroffenen zu solidarisieren. 

MERSI hofft, durch den Tolerantia-Preis weitere InteressentInnen und MitstreiterInnen zu gewinnen, die sich an amnesty-Aktionen und -Eilappellen beteiligen und so die Schlagkraft gegen Gewalt und Diskriminierung zusätzlich erhöhen.

Der Tolerantia-Preis
Erstmals in 2006 hatten MANEO, der französische Verein SOS-Homophobie sowie die polnischen Organisationen Lambda, KPH und die Stiftung für Gleichberechtigung mit dem „Schwulen Weimarer Dreieck“ ein Netzwerk gegründet, um in der Anti-Gewalt-Arbeit trinational enger zusammen zu arbeiten. Die Organisationen haben u.a. beschlossen, jedes Jahr zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai ihre Jahresberichte der Öffentlichkeit zu präsentieren und an die EU weiterzuleiten. Darüber hinaus wollen sie ihre Meldestellen für die Erfassung von homophober Gewalt sowie die Opferhilfearbeit für homosexuelle Gewaltopfer ausbauen und insgesamt der Bagatellisierung homophober Gewalt in der Öffentlichkeit energischer entgegentreten. Da Homophobie keine Grenzen kennt, muss dieser gesellschaftlich relevante Kampf über die eigenen Grenzen hinaus geführt werden.

Der „Tolerantia“-Preis ist der symbolträchtigste Ausdruck dieser Zusammenarbeit. Ausgezeichnet wurden im Mai 2006 im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung im Beisein des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, die Grünen-Politiker Volker Beck und Günther Dworek (Deutschland), der Begründer des Internationalen Tages gegen Homophobie, Dr. Louis-Georges Tin (Frankreich) und der Senator Kazimierz Kutz (Polen).

URL:
http://www.maneo-toleranzkampagne.de

erstellt am: 01.12.2007

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