Ein Ugander liest die Schlagzeilen der Boulevardpresse, die in der Vergangenheit zu Hetzkampagnen gegen LGBTI aufgerufen hatte, Downtown Kampala, 3. Juni 2013, © Pete Muller
Ein Ugander liest die Schlagzeilen der Boulevardpresse, die in der Vergangenheit zu Hetzkampagnen gegen LGBTI aufgerufen hatte, Downtown Kampala, 3. Juni 2013, © Pete Muller

Uganda: Parlament muss Gesetz zur Todesstrafe für schwulen Sex ablehnen

Als Reaktion auf die Ankündigung des ugandischen Ethik- und Integritätsministers Simon Lokodo, dass die Regierung die Einführung der Todesstrafe für einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen plant, erklärte Joan Nyanyuki, Direktorin von Amnesty International für Ostafrika, das Kap der Guten Hoffnung und die Afrikanischen Großen Seen:

AMNESTY INTERNATIONAL

"Es ist empörend, dass die ugandische Regierung keine dringenden Schritte unternimmt, um schwulen Sex zu entkriminalisieren, sondern dass schwule Menschen hingerichtet werden. Dies wird in einem bereits homophoben Umfeld zu mehr Hass führen.”

"Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Politiker_innen Ugandas gefährliche Intoleranz und Voreingenommenheit gegenüber LGBTI-Personen schüren. Ugandas Abgeordnete müssen dringend jeden Plan zur Legalisierung dieser Art von Bigotterie und Hexenjagd für jeden ablehnen, der als anders wahrgenommen wird."

Am 5. Oktober erlag Brian Wassa, ein schwuler Rechtsassistent, einer Gehirnblutung, nachdem er am Vortag in seinem Haus in Kampala von Unbekannten auf den Kopf geschlagen worden war.

Laut Sexual Minorities Uganda (SMUG), einer LGBTI-Organisation, ist er die vierte LGBTI-Person, die in den letzten drei Monaten infolge der verstärkten anti-LGBTI-Einstellung von politischen Führenden getötet wurde. Andere waren eine Transfrau aus dem Distrikt Gomba, weitere aus Kampala und Jinja.

Die Regierung von Uganda hat eine lange Geschichte der Befürwortung einer anti-LGBTI Politik.