Universitätsgebäude beim erfolgreichen Gay Pride an der METU 2018 © AI Türkei
Universitätsgebäude beim erfolgreichen Gay Pride an der METU 2018 © AI Türkei

Türkei: "entsetzliche" Gewalt gegen Studierende, die die Pride-Parade abhalten

Fotis Filippou, Kampagnen Direktor für Europa bei Amnesty International, sagte als Reaktion auf die Nachricht, dass eine von Studierenden der Middle East Technical University (METU) in Ankara organisierte Pride-Parade von der Polizei gewaltsam aufgelöst und 25 Studierende festgenommen worden seien:

AMNESTY INTERNATIONAL

"Es ist herzzerreißend zu erfahren, dass die heutige Pride-Parade, die ein Fest der Liebe und Solidarität sein sollte, von der Polizei mit Pfefferspray, Plastikkugeln und Tränengas so gewaltsam aufgelöst wurde, dass Berichten zufolge mindestens 25 Menschen rechtswidrig inhaftiert wurden. Berichte über übermäßigen Einsatz von Gewalt durch die Polizei müssen dringend untersucht werden."

"Amnesty International verurteilt die Intervention der Polizei, um dieses Fest des Stolzes auf dem METU-Campus zu beenden. Es ist ein dunkler Tag, an dem die Universitätsbehörden die Polizei auffordern, Studierende zum Schweigen zu bringen, die lediglich ihr Recht auf Würde und Gleichheit fordern.

Alle von der Polizei inhaftierten Menschen müssen sofort und bedingungslos freigelassen werden. "

Die Studierenden demonstrierten friedlich, wurden jedoch von der Polizei darauf hingewiesen, dass sie nicht unter Zelten stehen, keine Regenbogenfahne hissen, oder auf dem Rasen sitzen dürfen und schließlich wurden sie daran gehindert, eine Erklärung vorzulesen. Inhaftierte sind LGBTI-Studentenaktivist_innen der ODTU LGBTI-Solidaritätsgruppe Melike Balkan und Özgür Gür sowie ein_e Akademiker_in der Universität.



https://www.amnesty.org/en/latest/news/2019/05/turkey-banned-pride-march-must-be-allowed-take-place/https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/bring-back-the-rainbow-to-ankara/