Aktion gegen Diskriminierung von Lesben in Kirgisistan, © Amnesty International
Aktion gegen Diskriminierung von Lesben in Kirgisistan, © Amnesty International

Kirgisistan: Diskriminierung und Gewalt

In einem Bericht zum Universellen periodischen Überprüfungsverfahrens (UPR) für die Vereinten Nationen nimmt Amnesty International auch Stellung zur Situation von LGBTI in Kirgisistan.

In Kirgisistan sind LGBTI-Personen weiterhin Diskriminierung und Gewalt durch staatliche und nichtstaatliche Akteur_innen ausgesetzt. Die Gruppe Labrys, die sich für LGBTI Rechte einsetzt, setzt ihre Bemühungen fort, die mutmaßlichen Täter_innen einer Straftat zur Rechenschaft zu ziehen. Es handelt sich dabei um einen gewaltsamen Angriff im Jahr 2015 auf ihr Büro und auf eine private Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Strafverfahren gegen Mitglieder einer nationalistischen Jugendgruppe brachen zusammen, als die in den Gerichtsunterlagen genannten Opfer mit den Täter_innen "versöhnt" wurden.


Am 1. Mai 2019 wurde ein Picknick in einem Park in Bischkek, organisiert von der feministischen und LGBTI-Bewegung "8/365", von mehr als 20 jungen Männern gestört, darunter Angehörige einer rechtsnationalistischen Gruppe, die auf die acht Teilnehmer_innen des Picknicks und die Umstehenden Eier und Farbe warfen und sie filmten, beleidigten und bedrohten. Polizeibeamt_innen, die im Park anwesend waren, griffen nicht ein, um sie davon abzuhalten, die zahlenmäßig unterlegenen Picknickteilnehmer_innen anzugreifen. Die Organisator_innen von "8/365" reichten daraufhin eine förmliche Anzeige gegen ihre Angreifer bei der Polizei ein, die derzeit geprüft wird.