Zeichnung aus einem Gefängnis in Nigeria, © Amnesty International
Zeichnung aus einem Gefängnis in Nigeria, © Amnesty International

Nigeria: Kriminalisierung von LGBTI

In einem Schattenbericht an die Afrikanische Kommission für Menschenrechte äußert sich Amnesty International besorgt über die Situation von LGBTI in Nigeria.

Es kommt immer wieder zu Menschenrechtsverstößen gegen Personen, die verdächtigt werden, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu unterhalten oder wegen nicht-konventioneller Geschlechtsidentität. Verhaftungen, öffentliche Beschämungen, Erpressungen und Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sind weiterhin üblich in Nigeria.

Das Gesetz zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe wurde am 7. Januar 2014 in Kraft gesetzt.

Das Gesetz zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe sieht eine zehnjährige Haftstrafe für alle vor, die eine Gruppe unterstützen, sich treffen oder eine Gruppe bilden, die sich für die Menschenrechte von LGBTI-Personen einsetzt. Es kriminalisiert die Rede-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit und die Aktivitäten vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die laufenden Untersuchungen von Amnesty International deuten darauf hin, dass das Gesetz zu einer Zunahme von Erpressungen und Gewalt gegen LGBTI-Personen geführt hat und dass die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen, die grundlegende Dienste zur Verfügung stellen, eingeschränkt wurde. So verhaftete die Polizei im Juli 2017 in einem Hotel in Lagos 40 Männer und Jugendliche, die wegen angeblicher Homosexualität vor einem Magistratsgericht in Lagos angeklagt wurden.

EMPFEHLUNGEN

Amnesty international appelliert an die ACHPR (AFRICAN COMMISSION ON HUMAN AND PEOPLES' RIGHTS), die nigerianische Regierung zu folgenden Maßnahmen aufzufordern:

• Aufhebung des Gesetzes zum Verbot der Gleichgeschlechtlichen Ehe

• Freilassung aller inhaftierten Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung