Skyline der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur mit Blick auf die Petronas Towers, © Rupert Haag
Skyline der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur mit Blick auf die Petronas Towers, © Rupert Haag

Malaysia: Gerichtsurteil zu zwei Frauen, die wegen sexueller Beziehungen verurteilt wurden, muss aufgehoben werden.

Als Reaktion auf die gestrige Verurteilung von zwei Frauen zu sechs Stockschlägen und einer Geldstrafe von 3.300 RM, nachdem sie wegen des Versuchs sexueller Beziehungen im malaysischen Bundesstaat Terengganu verurteilt wurden, sagte Gwen Lee, Interims-Exekutivdirektorin von Amnesty International Malaysia:

15. August 2018


"Dieses zutiefst grausame Urteil markiert einen weiteren schweren Rückschlag in der Behandlung von LGBTI-Personen in Malaysia, die zunehmend beunruhigend ist.
Im ganzen Land sind LGBTI einem Klima wachsender Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Urteile wie diese bestätigen nur, dass Malaysia für seine LGBTI-Bevölkerung immer feindseliger wird.


Stockschläge sind eine Form der grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Bestrafung, die der Folter gleichkommt und völkerrechtlich verboten ist. Neben der sofortigen Aufhebung dieses brutalen Urteils müssen die malaysischen Behörden die Gesetze, die diese Folterstrafen verhängen, aufheben und die UN-Konvention gegen Folter ratifizieren."


Hintergrund


Der Terengganu Shariah High Court verurteilte zwei malaysische Frauen im Alter von 22 und 32 Jahren zu einer Geldbuße von 3.300 RM (702 €) und sechs Schlägen, weil sie versucht hatten, Geschlechtsverkehr zu haben.
Die Entscheidung des Gerichts fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über das Klima der Angst und Diskriminierung von LGBTI in Malaysia. Letzte Woche hat die Regierung des Bundesstaates Penang die Porträts der prominenten LGBTI-Rechtsaktivisten Nisha Ayub und Pang Khee Teik von der öffentlichen Ausstellung auf dem George Town Festival entfernt, nachdem sie von Religions-Minister Datuk Dr. Mujahid Yusof Rawa kontaktiert wurde, der sagte, dass das Parlament "die Förderung der LGBT-Kultur in Malaysia nicht unterstützt".