Globale ai-Kampagne: "Stop Violence against Women" (SVAW) + Hinsehen und Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern

Am 5. März 2004 beginnt amnesty international eine weltweite, mindestens zwei Jahre dauernde Kampagne: Stop Violence against Women - Gewalt gegen Frauen verhindern. amnesty will durch die Betonung der menschenrechtlichen Dimension öffentliches Bewusstsein für diese Menschenrechtsverletzungen schaffen und die Menschenrechtslage für Frauen verbessern.

Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Sie ist über alle kulturellen, regionalen, religiösen und wirtschaftlichen Grenzen hinweg zu finden. Frauen jeden Alters, jeder sozialen Schicht, Religion, ethnischen Herkunft, Nationalität, auch jeder sexuellen Identität sind ihr ausgesetzt. Gewalt gegen Frauen zeigt sich in der Familie, der Gesellschaft, in staatlichen Institutionen, Kriegs- und Nachkriegssituationen. Frauen werden vergewaltigt, genital verstümmelt, zwangsweise verheiratet, erhalten keinen oder schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung, können nicht selbst bestimmen, wo, wie und mit wem sie leben.

Am 5. März 2004 beginnt amnesty international eine weltweite, mindestens zwei Jahre dauernde Kampagne: Stop Violence against Women - Gewalt gegen Frauen verhindern. amnesty will durch die Betonung der menschenrechtlichen Dimension öffentliches Bewusstsein für diese Menschenrechtsverletzungen schaffen und die Menschenrechtslage für Frauen verbessern.

Die zentralen Kampagnen-Themen sind Globale ai-Kampagne: "Stop Violence against Women" (SVAW) Hinsehen und Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern Gewalt gegen Frauen in der Familie sowie in und nach Kriegen/bewaffneten Konflikten. Die Familie und das Zuhause sind ein Ort, an dem Frauen schwerste Menschenrechtsverletzungen wie Verstümmelungen, Vergewaltigungen und der Tod drohen.

Der Europarat hat darauf hingewiesen, dass familiäre Gewalt die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung von Frauen im Alter zwischen 16 und 44 Jahren darstellt und damit noch vor Krebs oder Verkehrsunfällen rangiert (Parlamentarische Versammlung des Europarates, Domestic Violence against Women, Empfehlung 1582 vom 27. September 2002).

In Kriegssituationen herrscht immer noch weitgehende Straflosigkeit für staatliche wie nicht-staatliche Gruppen, die Gewalt gegen Frauen ausüben. Menschenrechtsverteidigerinnen werden ebenfalls ein wichtiger Fokus sein. Sie in ihrer Arbeit vor Ort zu stärken und zu unterstützen trägt dazu bei, die Menschenrechtslage für Frauen zu verbessern.

Gewalt gegen Frauen entsteht besonders durch die Festlegung von Geschlechterrollen und -identitäten. Sie basiert auf deren Konstruktion und den darauf beruhenden Machtverhältnissen, die der männlich-heterosexuellen Identität die dominierende Rolle zuweisen.

Jeder Mensch, gleich welcher biologischen oder sozialen sexuellen Identität, wird an diesen Rollenkonstruktionen gemessen. In manchen Teilen der Welt geschieht dies durch rigide Durchsetzung der geforderten Lebensweise, in anderen auf subtilere Art. Lesben entsprechen auf mehrfache Weise nicht der zugeschriebenen Rolle und sind somit besonders gefährdet, in ihren Menschenrechten verletzt zu werden.

Frauen wie Männer sollen ihr Leben in Freiheit selbstbestimmt gestalten können, ohne Gewalt erleiden oder Angst davor haben zu müssen. Dies schließt die Freiheit, nicht-heterosexuell zu leben, ein. Erst die weltweite Anerkennung der universellen Gültigkeit der Menschenrechte auch für Frauen wird die freie Selbstbestimmung der eigenen Lebensweise und sexuellen Identität für alle Menschen ermöglichen.

Anke Guido, Hamburg,
Christine Loy, Magdeburg

erstellt am: 01.03.2004