Mahnwache für Roger Mbede: Auch nach Briefmarathon demonstriert Amnesty für Einzelfälle

Der Briefmarathon war ein großer Erfolg. Dennoch lässt der Amnesty-Bezirk Berlin-Brandenburg nicht locker und setzt sich weiterhin für die Einzelfälle ein – ganz nach dem Motto: „Nach dem Ziel ist vor dem Ziel.“

Vor der Botschaft der Republik Kamerun hielten 20 Amnesty-Aktivist_innen am 2. Februar eine Mahnwache für die Freilassung des gewaltlosen politischen Gefangenen Jean-Claude Roger Mbede. Die Botschaft wollte offensichtlich keine Notiz von der Demonstration nehmen und löschte die Lichter. Auf das Klingeln zweier Amnesty-Mitglieder reagierten sie nicht. Die Türe blieb verschlossen. Die Petition an den Staatspräsidenten von Kamerun, Paul Biya, die weit über 500 Menschen unterschrieben hatten, um mit Amnesty International die Freilasssung von Jean-Claude Roger Mbede zu fordern, konnten sie nicht persönlich übergeben.

Der kamerunische Student verbüßt seit März 2011 eine dreijährige Haftstrafe im Gefängnis Kondengui in Kamerun. Er wurde wegen „Homosexualität und versuchter homosexueller Handlungen“ verurteilt. Sein einziges Vergehen: Er hatte eine SMS an einen Bekannten geschickt, um sich mit ihm zu treffen.

Außer Mbede wurden in den letzten Monaten mindestens 14 weitere Männer wegen Homosexualität festgenommen, drei von ihnen im November 2011 zu hohen Gefängisstrafen verurteilt. Mindestens 8 Personen warten im Gefängnis auf ihre Gerichtsverfahren.

Wiltraud von der Ruhr
Länderkoordinationsgruppe Kamerun