Jean-Claude Roger Mbede im Gefängnis mit seiner Anwältin, Kamerun 2011, © privat
Jean-Claude Roger Mbede im Gefängnis mit seiner Anwältin, Kamerun 2011, © privat

Berufungsgericht in Kamerun hält Urteilsspruch von drei Jahren Gefängnis für ‚homosexuelles Verhalten’ aufrecht

Ein Berufungsgericht in Kamerun hielt gestern einen Urteilsspruch von drei Jahren Gefängnis gegen einen Mann aufrecht, der des ‚homosexuellen Verhaltens’ für schuldig befunden worden war.

Jean-Claude Roger Mbédé, 32, war zum ersten Mal am 2. März 2011 verhaftet worden, nachdem er einem Mann einen Text geschickt hatte, in dem er ihm sagte, dass er in ihn verliebt sei. Er wurde anfolgend zu drei Jahren Gefängnis verurteilt; er legte gegen seine Verurteilung und das Strafmaß Einspruch ein und man gewährte ihm im Juli 2012 die vorläufige Freilassung, nachdem er die Hälfte des Urteils verbüßt hatte.

Godfrey Byaruhanga, Rechercheur von Amnesty International zu Kamerun sagte: “Wir sind entsetzt darüber, dass dieser Urteilsspruch aufrecht erhalten wurde und wir drängen die Obrigkeit Kameruns dazu, diese Entscheidung aufzuheben und ihn nicht erneut zu verhaften.

Vier Männer, die Mbédé unbekannt sind, griffen ihn am Samstag außerhalb des Universitätscampus’ an, wo er derzeit studiert.

Die kamerunische Regierung hat mit ihren Gesetzen und Methoden ein Klima geschaffen, in dem homophobe Individuen glauben, dass es richtig ist, Menschen wegen ihrer Sexualität anzugreifen“, sagte Byaruhanga.

Amnesty International ersucht die Kamerunische Obrigkeit, klar und unmissverständlich Übergriffe auf vermutete oder bekannte Homosexuelle zu verurteilen und klarzustellen, dass solche Angriffe ungesetzlich sind und dass die Verursacher dieser Angriffe einer gerechten Strafe zugeführt werden.

AI Index: AFR 17/003/2012