Taiwan: Ehegleichstellung rückt näher nach Grundsatzentscheidung

Laut Amnesty International bedeutet die Grundsatzentscheidung des höchsten Gerichts, dass Taiwan das erste Land in Asien werden könnte, das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert.

24. Mai 2017

Die Richter_innen haben heute die Gleichstellung der Ehe befürwortet. Dies ist ein gewaltiger Schritt vorwärts für LGBTI-Rechte in Taiwan und wird quer durch Asien seinen Nachhall finden.

Die Richter_innen des taiwanesischen Verfassungsgerichts urteilten am Mittwoch, dass das aktuelle Ehegesetz des Landes verfassungswidrig ist, da es gleichgeschlechtliche Paare benachteiligt. Die Richter_innen haben den Gesetzgeber_innen zwei Jahre für die relevanten Gesetzänderungen gegeben.

"Die Richter_innen haben heute die Gleichstellung der Ehe befürwortet. Dies ist ein gewaltiger Schritt vorwärts für LGBTI-Rechte in Taiwan und wird quer durch Asien seinen Nachhall finden", sagte Lisa Tassi, East Asia Campaigns Director von Amnesty International.

"Die Gesetzgeber_innen müssen schnell handeln, um sicherzustellen, dass Taiwan das erste asiatische Land wird, das eine wirkliche Ehegleichstellung zur Realität macht."

Ein Gesetzesentwurf zur gleichgeschlechtlichen Ehe wird momentan durch Taiwans Legislative geprüft. Amnesty International drängt die Gesetzgeber_innen, die gleichgeschlechtliche Ehe in Taiwan auf der gleichen Grundlage und mit den gleichen Rechten wie zwischen Paaren unterschiedlichen Geschlechts zu legalisieren.

"Wie die heutige Entscheidung klar stellt, stehen jedem, egal wen man liebt, die gleichen Menschenrechte und der gleiche gesetzliche Schutz zu", sagte Lisa Tassi.

"Amnesty International Aktivist_innen aus der ganzen Welt werden weiterhin Taiwans Regierung zur Befürwortung der Gleichstellung drängen."

Im April diesen Jahres sendeten Amnesty International Aktivist_innen aus über 40 Ländern Unterstützungsbotschaften, die Taiwan anmahnten, "ja" zur Ehegleichstellung zu sagen.