„Vereint unterm Regenbogen?“ Bericht von der internationalen Lesbenkonferenz in Dresden

Mitte März fand in Dresden die Konferenz „Vereint unterm Regenbogen?“ statt. Thema war die aktuelle Situation von Lesben in Europa, mit dem Schwerpunkt Polen, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn. Ziel war, über die Strategien zur Erlangung gleicher Rechte ins Gespräch zu kommen und die Vernetzung mit lesbischen Aktivistinnen aus diesen Ländern und aus Deutschland voranzutreiben.

Die zwei Konferenztage waren angefüllt mit interessanten Informationen über die politische und rechtliche Situation in den jeweiligen Ländern sowie über lesbische Aktivitäten und Forderungen. Dazu gehörten Beiträge zum „Budapest Pride“ (inklusive Vorführung des Films „Secret Years“ und Diskussion mit der Regisseurin Mariá Takács), intensive Workshops (z.B. „Brauchen wir die ‚Prides‘ noch?“) und viele spannende Gespräche „am Rande“. Die hervorragende Organisation durch den Dresdener Verein „Frauen leben Vielfalt“ und die köstliche Verpflegung trugen zu einer sehr angenehmen Atmosphäre bei.

Bürgermeister_innen, die, wie in Warschau 2005, versuchen CSD-Demonstrationenzu verbieten, Steine und gewalttätige Angriffe auf die Paraden in Sofia und Budapest 2008 und die Furcht vor neuen Angriffen in diesem Jahr – dies ist die eine Seite, über die berichtet und diskutiert wurde. Es ging jedoch auch und gerade um die mutigen und starken Lesben, die diese Paraden maßgeblich prägen, die unser aller Unterstützung und Präsenz einfordern und verdienen, um staatlichen Einschüchterungen und rechtsextremen Attacken erfolgreich entgegentreten zu können. Das wurde auch beim Schlusspodium am Sonntagvormittag sehr deutlich. Dabei wurde unter anderem die bisherige Unterstützung durch Amnesty, z.B. in der Slowakei, gewürdigt.

Gefragt ist aber auch weitere Unterstützung, beispielsweise bei der Übersetzung von Büchern und Filmen und – natürlich – unsere Anwesenheit bei den CSDs, egal ob in Bratislava, Brno, Budapest, Krakau oder Warschau. Noch eine weitere Forderung aus den vertretenen Ländern, die bei Amnesty Deutschland gut aufgehoben sein sollte, spielte in der Podiumsdiskussion eine große Rolle: Die nach einem Asylrecht, das verfolgten LGBTI Aufnahme und davor ein Verfahren ohne Angst vor Stigmatisierung gewährleistet.

Fazit: Dresden war gut für die Vernetzung. Und: Die Strategien „Marching for those who can’t“ („Auf die Straße gehen, für die, die es nicht können“) und Flüchtlingsschutz sollten unbedingt auf der Amnesty-Agenda bleiben!

Beate Ziegler