CSD in Düsseldorf und Köln

Mersi präsentiert sich mit Banner und Infostand

Es war in Köln wieder viel los am Ehrentag der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT). Auch am Stand von Amnesty International, den die Kölner Mersi -Gruppe dieses Jahr dank Unterstützung von den Frankfurtern (thank you!) wieder auf die Beine gestellt hat. Eine Woche vorher, beim Düsseldorfer CSD, hat es nicht für einen eigenen Stand gereicht, dafür aber gab es dort eine Premiere: Amnesty war zum ersten Mal in der Geschichte des Düsseldorfers CSD in der Parade präsent. Mit superschicken Poloshirts im neuen Amnesty-Gelb haben wir stolz das AI-Banner durch die Altstadt und über die berühmte Kö getragen. Die Marschierenden sind in Düsseldorf überwiegend mit Wohlwollen von den Zuschauern betrachtet worden.

Viele von denen, die in Köln beim Amnestystand “hängen bleiben“, werfen erst einmal einen Blick auf die Weltkarte, die die rechtliche Situation von Lesben und Schwulen weltweit darstellt. Rot sind dort die Länder gekennzeichnet, in denen einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen gleichen Geschlechts unter Strafe gestellt sind. Vor allem in Afrika und Asien sieht es ziemlich rot aus und viele Standbesucher interessieren sich für die Situation in bestimmten Ländern, weil sie dort z. B. Urlaub machen wollen oder Freunde haben. Auch Kamerun zählt zu den roten Ländern und viele Standbesucher müssen nicht erst lange überzeugt werden, um sich an unserer Briefaktion zu beteiligen. In dieser setzen wir uns für einen Gefangenen ein, der unter dem Vorwurf homosexueller Handlungen dort seit fast einem Jahr im Gefängnis sitzt.
“Mädels, alle zurückkommen, hier unterschreiben“ ruft eine forsche junge Frau ihren Begleiterinnen hinterher, die schon zum Nachbarstand weitergezogen sind – und alle tun brav, wie ihnen geheißen. Insgesamt kommen ca. 250 Unterschriften zusammen.

Am Ende packen wir zufrieden unsere Sachen zusammen. Zufrieden damit, etwas dazu beigetragen zu haben, dass die vielen Tausend Besucher des CSD sich dort nicht nur an Steaks, Bier und Discomusik laben konnten, sondern sich auch über die Arbeit von Amnesty zum Thema Menschenrechte von LGBT informieren konnten. Viele haben Interesse gezeigt, einige haben versprochen, sich uns anzuschließen. Wir würden uns freuen.


Matthias Wengenroth