Gedenkveranstaltung in KwaThema, Südafrika, am zweiten Todestag der ermordeten Noxolo Nogwaza, © Amnesty International
Gedenkveranstaltung in KwaThema, Südafrika, am zweiten Todestag der ermordeten Noxolo Nogwaza, © Amnesty International

Südafrika: Preisgekrönte Dokumentation über Hassverbrechen an lesbischen Frauen in den Townships KwaThema und Khayelitsha

Am vierten Jahrestag des Mordes an der lesbischen Aktivistin Noxolo Nogwaza zeigten Amnesty International und Backstory Productions einen Dokumentarfilm, der sich dem Kampf gegen Homophobie in Südafrika widmet.

AMNESTY INTERNATIONAL
PRESSEMELDUNG
22. April 2015

 

African Pride handelt davon, wie Südafrikaner_innen auf homophobe Gewalt und Hassverbrechen mit Pride-Paraden und Protesten in den Townships reagieren.

Amnesty International fordert die Einführung von Gesetzen gegen Hassverbrechen in Südafrika, um die Täter_innen homo- und transphober Gewalt zur Rechenschaft zu ziehen.

"In African Pride begegnen uns die Trauernden, die Überlebenden, die Freunde und Verwandten, die auf die Straße gehen, um Gerechtigkeit für die Verstorbenen, Gleichberechtigung für die Lebenden und ihr eigenes Menschenrecht auf ein friedliches Zusammenleben einzufordern", beschreibt Laura Fletcher, Regisseurin von African Pride und Inhaberin von Backstory Productions.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm wurde in verschiedenen Townships in Südafrika gedreht und spielt unter anderem in KwaThema in Gauteng und Khayelitsha in der Provinz Westkap. KwaThema ist der Geburtsort von Noxolo Nogwaza, einer 24-jährigen lesbischen Frau, Mutter zweier Kinder und Menschenrechtsverteidigerin, deren Ermordung im Jahr 2011 bis heute nicht aufgeklärt ist.

Die Dokumentation thematisiert die andauernde Gewalt und Diskriminierung, der lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle (LGBT) Menschen in Südafrikas Townships ausgesetzt sind.

Die erste öffentliche Vorführung des Films in Südafrika fand am 24. April statt, dem Jahrestag von Noxolo Nogwazas Tod.

Auch vier Jahre später haben die polizeilichen Ermittlungen in dem Mordfall keine Fortschritte erzielt.

Amnesty International ist Mitglied der "Hate Crime Working Group", einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen, und setzt sich bei der südafrikanischen Regierung dafür ein, dass Gesetze gegen Hassverbrechen verabschiedet werden. Sie würden gewährleisten, dass die Polizei bei solchen Verbrechen effektiver ermitteln und Täterinnen und Täter zur Rechenschaft ziehen kann.

"Amnesty International ist stolz darauf, an diesem eindrücklichen Film beteiligt zu sein, der die menschlichen Folgen von Hassverbrechen in den Mittelpunkt rückt und aufzeigt, wie wichtig es ist, dass diese Verbrechen unverzüglich und gründlich aufgeklärt werden. Dies ist ein Film, der Menschen dazu inspiriert, aktiv zu werden, und ein Muss für alle, die Gerechtigkeit für die Opfer von Hassverbrechen in Südafrika fordern", so Muleya Mwanayanda, Amnesty Internationals stellvertretende Kampagnenleiterin für das südliche Afrika.

Die Protagonist_innen von African Pride, deren Aktivismus die Grundlage dieser ergreifenden und eindrücklichen Dokumentation bildet, haben an den Filmvorführungen teilgenommen.

"African Pride ist eine südafrikanische Geschichte, die von Themen handelt, die überall auf der Welt ihren Widerhall finden. Es ist die Geschichte von Diskriminierung, von Widerstandsfähigkeit, Liebe und Verlust, aber darüber hinaus ist es auch die Geschichte derer, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen - derer, die sich weigern, aufzugeben", fasst Laura Fletcher zusammen.

Preise:

Bei seiner Weltpremiere auf dem Galway Film Fleadh im Juli 2014 gewann African Pride den Preis für den besten Menschenrechtsfilm und bei seiner internationalen Premiere auf dem Jaipur Film Festival die "Grüne Rose für den besten Dokumentarfilm mit globaler Bedeutung".

Den Trailer können Sie sich hier ansehen: https://vimeo.com/125196083

Über die Regisseurin:

Mit African Pride, einem unabhängig produzierten Film, debütiert Laura Fletcher als Regisseurin. Fletcher ist eine erfahrene Rundfunkjournalistin und -redakteurin, die für den öffentlichen irischen Rundfunksender RTÉ arbeitet. Bevor sie African Pride filmte, arbeitete sie für die Medien- und Menschenrechtsorganisation Media Monitoring Africa in Johannesburg.