Homosexualität entkriminalisiert

(CNA/hs) Am 21. Mai 1998 hat das Parlament von Zypern dem jahrelangen Drängen der internationalen Staatengemeinschaft nachgegeben und Homosexualität entkriminalisiert.

Von den 56 Parlamentsmitgliedern stimmten 36 für die Vorlage der Regierung und 8 dagegen bei einer Enthaltung. Elf Mitglieder waren nicht zur Abstimmung erschienen. Damit hat das Land dem Druck des Europarats und der internationalen Staatengemeinschaft sowie den zahlreichen Protesten u.a. von amnesty international nachgegeben.

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Zypern im April 1993 wegen seiner homosexualitätsfeindlichen Gesetzgebung verurteilt, die es als Verstoß gegen den Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention betrachtet hatte.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen auf diplomatischem Weg hatte der Europarat Zypern zuletzt eine Frist bis zum 29. Mai gesetzt, um das beanstandete Gesetz zu ändern. Ansonsten waren dem Land schwerwiegende Konsequenzen bis hin zum Ausschluß aus dem Europarat angedroht worden.

Wir hatten in action & news Nr. 2/97 auf die Situation in Zypern aufmerksam gemacht und zu Protestschreiben aufgefordert. Nun möchten wird uns bei allen, die sich im vergangenen Jahr an der Aktion beteiligt hatten, recht herzlich bedanken.