Johannesburg Pride, Südafrika, 6. Oktober 2012, © Amnesty International
Johannesburg Pride, Südafrika, 6. Oktober 2012, © Amnesty International

Homophobie in Afrika

Queeramnesty veranstaltete im September gemeinsam mit INISA (Initiative Südliches Afrika) und der Heinrich-Böll-Stiftung eine Diskussionsveranstaltung über die Ursachen und den Umgang mit Homophobie in Uganda und Südafrika.

Circa 50 Interessierte kamen im mhc (Magnus Hirschfeld Centrum) in Hamburg zusammen. Es sprachen die Ethnologin Dr. Rita Schäfer, die selbst immer wieder lange Zeit in verschiedenen Ländern Afrikas gelebt und geforscht hat und die Afrikanistin Eva Range als Vertreterin von INISA. Eva Range ist außerdem aktives Mitglied bei Queeramnesty Berlin.

In den meisten Ländern Afrikas werden Menschen, die sich LGBTI zugehörig fühlen, kriminalisiert und staatlich verfolgt. Selbst dort, wo eine Gleichstellung der sexuellen Orientierungen rechtlich verankert ist, wie in Südafrika, werden die Betroffenen häufig diskriminiert und Opfer von Gewaltverbrechen.

Eva Range stellte die Strategien, Schwierigkeiten und Erfolge der Kampagnenarbeit südafrikanischer Aktivist_innen gegen Hassverbrechen an sexuellen Minderheiten in Südafrika vor. Im Vordergrund stand dabei die Triple-Seven-Kampagne, die von mehreren Menschenrechtsgruppen gemeinsam gegründet wurde. Auslöser dafür war die brutale Ermordung zweier lesbischer Frauenrechtsaktivistinnen in Südafrika am 07.07.2007.

Dr. Rita Schäfer forscht seit über zehn Jahren in verschiedenen Ländern Afrikas zu örtlichen Frauenorganisationen und ländlicher Entwicklung. In Ihrem Vortrag stellte sie verschiedene gesellschaftspolitischen Ursachen für Homophobie am Beispiel Ugandas dar, die sie im Rahmen ihrer Studien als bedeutungsvoll identifizieren konnte.

Da queere Menschenrechtsarbeit in Uganda zunehmend kriminalisiert wird, präsentierte Queeramnesty außerdem im Oktober den Film „Call Me Kuchu“ bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg. Der Film wurde auf vielen Festivals ausgezeichnet und darf jetzt schon als eine der wichtigsten queeren Dokumentationen dieses Jahrzehnts bezeichnet werden. Amnesty International hat, wie auch andere Organisationen, mit zahlreichen Aktionen dazu beigetragen, dass die Todesstrafe für LGBTI in Uganda bisher verhindert wurde.