Queer Belgrade © Front Line/Mark Condren
Queer Belgrade © Front Line/Mark Condren

Serbien: Belgrad Pride - Ein Sieg für die Menschenrechte

Zum ersten Mal seit 2010 fand die Belgrad Pride Demonstration statt - ein Sieg für die lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersex Community in Serbien und ihre Unterstützer_innen, die einige Jahre darum kämpfen mussten, dass sie friedlich das Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit ausüben dürfen.

AMNESTY INTERNATIONAL
PUBLIC STATEMENT 


28 September 2014
AI Index: EUR 70/016/2014

 

Ungefähr 1000 Personen nahmen an dem Zug in der Belgrader Innenstadt teil, schwenkten Regenbogenfahnen und Banner, in Solidarität mit allen Opfern von Diskriminierung, Hass und Gewalt. An der Demonstration nahmen LGBTI Aktivist_innen aus Serbien und der Region sowie Repräsentant_innen der serbischen Regierung, der Stadtverwaltung, der Europäischen Union und internationale Aktivist_innen und Diplomat_innen teil.

Eine Delegation von Anmnesty International einschließlich Menschenrechtebeobachter_innen demonstrierten Seite an Seite mit der LGBTI Community. Eine starke Polizeipräsenz beschützte die Teilnehmer_innen und konnte einen Ablauf nach Plan ohne Gewalt sicherstellen.

Jedoch fanden etliche Demonstrationen vor und nach dem Pride gegen die Rechte von LGBTI statt. In der Nacht zuvor kam es zu einem Gewaltausbruch, als Gegendemonstrant_innen mit der Bereitschaftspolizei in der Innenstadt aufeinander prallten. Trotz eines Versammmlungsverbots am Tag des Pride folgten dem Zug eine Reihe von Gegen-Protesten, an denen auch religiöse und nationalistische Gruppen teilnahmen.

Obwohl der Pride nicht von Gewalt gestört wurde, kam es zu einer Reihe von Zwischenfällen in der Stadt, einschließlich an dem Gebäude der Unabhängigen Rundfunkanstalt, welches von 30 gewalttätigen Angreifer_innen gestürmt wurde und wobei es zu einer kleinen Anzahl von Verletzten kam. Auch ein Bus wurde in Brand gesteckt.

Amnesty International begrüßt die von den Autoritäten getroffenen Maßnahmen, die die Gegendemonstrationen kontrollierten, und vermerkt, dass einige Menschen verhaftet und wegen Ordnungswidrigkeit verurteilt wurden. Dennoch muss die Regierung jetzt unmissverständlich die sehr offensichtliche Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTI in Serbien angehen und einen realen Fokus auf die Bekämpfung von Hassverbrechen gegen LGBTI Menschen legen und alle Menschenrechtsverteidiger_innen in Serbien beschützen.