Die Deutsch-Schweizer Gruppe stellt sich vor

Nächste Sitzung am 3. September bei Arturo. So endete unser letztes Treffen vor der Sommerpause. Die Emails fließen jedoch weiterhin in unsere „in-box“ und der Kontakt mit den ICM Delegierten der Schweizer Sektion wurde nicht unterbrochen. Amnesty aktivistIn zu sein ist manchmal eine schwierige Rolle. Einerseits geht es darum, höchst-theoretische Überlegungen über neue Statuten und dem Informationsaustausch zu bewältigen, ohne anderseits das Einfühlungsvermögen mit den betroffenen Menschen zu verlieren, für welche wir uns engagieren.

Dieser Artikel ist ein konkretes Ergebnis des 1. internationalen Treffens der lesbisch-schwulen Gruppen von ai, das letzten April in London stattfand. Da unsere Gruppe in der Schweiz nicht groß genug ist, um uns einen eigenen Rundbrief zu leisten, haben wir beschlossen, mit unseren deutschen KollegInnen zusammenzuarbeiten. Das Ziel ist, unsere Mitglieder regelmäßig über die Ereignisse im Bereich der Menschenrechte von Lesben und Schwulen zu informieren. Die letzte Ausgabe des Rundbriefes wurde zum ersten Mal an unsere etwa 150 Mitglieder in der Deutschschweiz versandt.

Die 1996-97 gegründete Berner Gruppe arbeitete als Pionierin an der Integration von spezifisch lesbisch-schwulen Themen bei der Schweizer Sektion von Amnesty International. Die Unterstützung durch das nationale Sekretariat war von Anfang an sehr erfreulich und das letzte Treffen mit der zentralen Sekretärin, Frau F. Seidensticker hat die Qualität dieser Zusammenarbeit bestätigt. Das Sekretariat unterstützt uns ideell und auch praktisch in unseren Bemühungen die aktionen umzusetzen (Beschaffung von Adressen, Kontakte, ...).

Seit dem Frühling gibt es auch eine neue Gruppe in Genf, in der französischsprachigen Schweiz. Mit ihr haben wir im Juli einen gemeinsamen Stand an der Lesbian and Gay Pride in Fribourg betreut. Viele Besucher erkundigten sich nach der Lage der Menschenrechte von Lesben und Schwule in den verschiedenen Regionen der Welt und einige brauchten auch Hilfe rund um Asylfragen.

Bei den internationalen Kampagnen von Amnesty arbeiten wir mit den anderen Berufs- und Zielgruppen zusammen und möchten in Zukunft vermehrt diesen Weg gehen. Im Rahmen der USA Kampagne, welche soeben abgeschlossen worden ist, haben wir dank unserer Petition zur Abschaffung der „Sodomy Law“ vom Staat Virginia mehr als 1000 Unterschriften gesammelt. An Ideen und Projekte für die Zukunft mangelt es nicht, die Umsetzung jedoch ist häufig problematischer, da wir nur auf eine beschränkte Anzahl von engagierten aktivisten zählen können. Zum Beispiel versuchen wir immer noch in Zürich eine neue Gruppe ins Leben zu rufen, bisher ohne Erfolg. Über die Hälfte unserer Mitglieder stammen aus der Agglomeration von Zürich. Wir waren am Zürcher CSD Tag mit einem Infostand vertreten und konnten im offiziellen Teil eine kurze Rede halten. Wir hoffen auf mehr Erfolg im Herbst.... Geplant ist auch eine Lobby-aktion mit Briefen von Schweizer Parlamentariern an ihre rumänischen Kollegen, worin wir sie an ihre Verpflichtungen puncto Menschenrechte in Bezug auf Artikel 200 erinnern möchten. Wir suchen auch nach Möglichkeiten eine Partnerschaft mit einer Gruppe aus einem benachteiligten Gebiet zu schließen und sind für jede persönliche Empfehlung dankbar.

Und zum Schluss , da die schnellsten und modernsten Telekommunikationssysteme die menschliche Begegnung nie ersetzen können, laden wir die Leser des Rundbriefes auf dem Weg zur südeuropäischen Sonne auch mal bei uns „vorbeiz’luege“!