Neue LGBT-Gruppe bei amnesty international Polen

Zum Bundestreffen im November 2001 hatten wir zwei Vertreter der polnischen LGBT-Gruppe eingeladen. Marcin Lakomski stellt hier seine Gruppe vor.

Die Strukturen der polnischen LGBT-Gruppe sind noch ziemlich frisch, sie wurde im Sommer 2001 gegründet. Bis dahin deckte die Gender-Gruppe die Themenbereiche Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender mit ab. Unser LGBT-Team vereinigt Mitglieder aus lokalen ai-Gruppen genauso wie Einzelne. Wir sind nun um die 15 in ganz Polen.

Unsere Arbeit ist schwerpunktmäßig auf das Schreiben von Appellbriefen und Urgent Actions ausgerichtet. So haben wir Beschwerden in Fällen von Menschenrechtsverletzungen an Behörden in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Ägypten, Mexiko, Jugoslawien und den USA geschickt. Im Zuge der diesjährigen weltweiten ai-Kampagne gegen die Folter übersetzten wir den Bericht Crimes of Hate, Conspiracy of Silence ins Polnische und veröffentlichten ihn. Um für diesen Bericht zu werben, haben wir zusammen mit Lambda Warsaw, einer lokalen LGBT-Organisation, eine Pressekonferenz organisiert. Wir haben den amnesty international-Bericht den Massenmedien in unserem Land, Abgeordneten im Sejm (dem Parlament), der Regierung und anderen NGOs zukommen lassen. Wir haben zudem an mehreren Fällen von Menschenrechtsverletzungen gearbeitet, die im Bericht angesprochen werden – so wurde zum Beispiel Beschwerde bei rumänischen Behörden eingelegt.

Einmal im Monat erscheint ein Rundbrief, der unsere Arbeit anschaulich macht: Neben allgemeinen Informationen zu ai beinhaltet er Hintergrundberichte zu Menschenrechtsverletzungen an LGBTs, eine aktuelle Urgent Action sowie Musterbriefe dazu. Wir unterhalten auch eine Webseite (www.amnesty.offline.pl) mit ähnlichen Inhalten. Daneben veröffentlichen wir Artikel über die Menschenrechte von LGBTs in nationalen Schwulen- und Lesben-Magazinen. Für universitäre Gruppen haben wir spezielle Präsentationen erstellt. In Zusammenarbeit mit anderen NGOs arbeiten wir momentan an einem Bildungsprojekt, das als „Unterrichtspaket“ benutzt werden soll, um der Homophobie an Oberschulen entgegen zu wirken oder grundsätzlich für die Rechte von LGBTs zu werben.

Danke für eure Einladung nach Berlin! Wir hoffen auf eine enge Zusammenarbeit mit ai 2918 und anderen Gruppen in Mittel- und Ost-Europa, die an einer gemeinsamen Menschenrechtsarbeit zu LGBT-Themen interessiert sind. Kontakt: lgbt[at]amnesty.org.pl

Marcin Lakomski, Koordinator der LGBT-Arbeit von ai Polen, 
Übers.: Gerrit Woltemath