Demonstranten rufen zu einem Ende der Anfeindungen gegen LGBT-Menschen auf. Mexiko 2000 © Amnesty International
Demonstranten rufen zu einem Ende der Anfeindungen gegen LGBT-Menschen auf. Mexiko 2000 © Amnesty International

Öffentliches Auftreten der Lesben und Schwulen

Trotz der Repressionen sind die sexuellen Minderheiten unvermindert in der Öffentlichkeit präsent.

Am 30. Juni 2001 fand die XXIII. Marcha del Orgullo por el Respeto al Derecho a la Diversidad Sexual oder die Christopher-Street-Parade in Mexico City statt, die wie immer von der Explanada de los Leones über den Paseo de la Reforma bis zum Zócalo oder Stadtzentrum führte.

Wie immer in den letzten 23 Jahren machten die Teilnehmerinnen mit bunten und fröhlichen Wägen auf sich als Lesben oder Schwule aufmerksam. Es kamen um die 20. 000 Lesben und Schwule, um auf sich aufmerksam zu machen. In Aguascalientes, einem Ort, der für Lesben bisher nichts zu bieten hatte und als "Staat der Intoleranz" bekannt war, wurde eine lesbische Bar eröffnet. Wie eine Besucherin erzählte, waren "nur 21 Lesben anwesend, aber wir waren so vergnügt, dass wir tanzten und uns unterhielten, als ob wir eine Familie wären."

Erste lesbisch-schwule Parade Monterrey

In Monterrey ist im Juni des vergangenen Jahres ebenfalls die erste lesbisch-schwule Parade gefeiert worden. Besonders wichtig war die erstmalige Teilnahme lesbisch-schwuler Organisationen an den Silvesterfeiern 1999 in der Hauptstadt. Am 31. Dezember fanden sich zahlreiche Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender unter der Leitung des Komitees der sexuellen Vielfalt (CODISEX) am Zócalo ein. Sie waren auf Einladung des Stadtrats von Mexico gekommen und führten einen Wagen mit Regenbogenfahnen mit. Die Hauptattraktion der Feierlichkeiten war ein Konzert des Sängers Juan Gabriel, der angeblich schwul sein soll, das eine große Anzahl von Schwulen und Lesben anlockte. Sie versammelten sich seit 22.30 Uhr um die Regenbogenfahnen und gaben sich kurz vor Mitternacht mit Soy Gay Soy Gay zu erkennen. Es gibt also doch Hoffnung, dass trotz der Repressionen, die zum mexicanischen Alltag gehören, sich auch eine Bewegung für ihre Rechte stark macht.

Eva Gundermann