Nationalpalast in Port-au-Prince, Haiti © Amnesty International
Nationalpalast in Port-au-Prince, Haiti © Amnesty International

LGBTI schuld am Erdbeben in Haiti?

Kouraj (haitianisches Kreolisch für Courage) ist eine Organisation, die sich für die Rechte von LGBTI-Menschen in Haiti einsetzt und die das öffentliche Bewusstsein für Diskriminierung und Stigmatisierung dieser Minderheiten schärfen soll.

Das Engagement von Kouraj für LGBTI-Menschen begann im Juli/August 2013 als Folge von öffentlichen Protesten gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen und den begleitenden Debatten über Homosexualität in Haiti. Eine Koalition religiös motivierter Organisationen heizte das Klima auf und Kouraj-Aktivist_innen erhielten zahlreiche Drohungen. Charlot Jeudi, Vorsitzender von Kouraj, wurde direktes Ziel dieser Bedrohungen über Flugblätter mit der Aufschrift: "Wenn Charlot nicht seinen Mund hält, werden wir das für ihn erledigen." Er erhielt auch Anrufe mit der Aussage Homosexuelle seien schuld an Haitis Problemen, unter anderem auch am Erbeben von 2010, bei dem 200.000 Menschen starben.

Die Geschäftsstelle von Kouraj wurde am 21.11.2013 von 3 bewaffneten Männern überfallen, zwei Mitarbeiter wurden geschlagen und gefesselt, das Büro wurde geplündert. Dem Überfall folgten weitere telefonische Androhungen von Gewalt.

Kouraj-Aktivist_innen haben gegenüber Amnesty International geäußert, dass sich die Situation von LGBTI-Menschen nach dem Erdbeben vom 12.01.2010 verschlechtert hat insbesondere mit dem Eintreffen religiöser Gruppen aus Nordamerika, die LGBTI-Menschen für die Probleme Haitis verantwortlich machen und so den Hass schüren.

Solidaritätsaktion

Bitte senden Sie Solidaritätsbotschaften an die Aktivist_innen von Kouraj

Solidaritätsbotschaften wenn möglich auf Französisch oder Kreolisch

Beispiel:

"Tout moun genyen mem dwa memsi nou diferan nan seksyalite nou"

" Nous avons droit aux mêmes droits dans la différence de nos sexualités "

"Everyone has the same rights even if we differ in our sexuality"

Wir haben alle dieselben Rechte auch wenn wir uns in unserer Sexualität unterscheiden