El Salvador - Sorge um Sicherheit / Morddrohungen

William Hernández, Direktor einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzt

amnesty international ist nach wie in großer Sorge um die Sicherheit von William Hernández, da die Behörden sich offenbar weigern, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und Ermittlungen wegen der gegen ihn gerichteten Morddrohungen einzuleiten.

William Hernández ist Direktor der regierungsunabhängigen Organisation “Entre Amigos” (Unter Freunden), “Asociación Salvadoreña de Desarrollo Integral para Minorías Sexuales” (Salvadorianische Vereinigung für die Entwicklung sexueller Minderheiten) in der Hauptstadt San Salvador. Die Organisation bietet Sexualberatungsprogramme für Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle sowie für die interessierte Öffentlichkeit an. “Entre Amigos” informiert außerdem über Menschenrechtsverletzungen an Angehörigen sexueller Minderheiten und kritisiert die mangelnde Bereitschaft der Behörden, diese Verstöße aufzuklären.

Am 5. November 1999 gingen mehrere Anrufe im Büro von “Entre Amigos” in der Hauptstadt San Salvador ein. Der Anrufer beschrieb genau das Aussehen von William Hernández und drohte damit, ihn zu töten.

Mitglieder der Organisation haben sich mehrmals mit einem Angehörigen der Personenschutzabteilung (División de Protección a Personalidades Importantes) der Polizei (Policía Nacional Civil) getroffen und über die Drohungen berichtet. Im Januar 2000 teilte der Polizeibeamte den Mitgliedern von ”Entre Amigos” jedoch mit, die Generalstaatsanwaltschaft (Fiscalía General) habe weder offizielle Ermittlungen angeordnet, noch sei seine Einheit angewiesen worden, Personenschutz zu gewähren. Der Polizist erklärte außerdem, dass keiner der Angehörigen seiner Einheit bereit sei, William Hernández zu schützen, da niemand seine “sexuellen Vorlieben” (gustos sexuales) teile. Er solle deshalb einen privaten Personenschutz anstellen.

amnesty international liegen inzwischen weitere Informationen über Angriffe gegen Angehörige sexueller Minderheiten vor. So wurde am 12. Dezember 1999 Nestor Adonai Marenco offenbar deswegen ermordet, weil er als homosexuell bekannt war. amnesty international liegen keine Informationen über den Verlauf der Ermittlungen zu dem Mordfall vor.

EMPFOHLENE AKTIONEN: 

Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe, Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von William Hernández, dem Direktor der Organisation “Entre Amigos”, zum Ausdruck bringen, da die Behörden offenbar nicht bereit sind, Ermittlungen zu den telefonischen Morddrohungen einzuleiten, die am 5. November 1999 im Büro der Organisation “Entre Amigos” eingegangen waren;
  • kritisieren, dass die zuständigen Behörden nicht bereit sind, William Hernández Personenschutz zu gewähren;
  • die Behörden an ihre rechtliche Verpflichtung erinnern, Drohungen gegen jegliche Personen sofort und unparteiisch nachzugehen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um die Sicherheit der bedrohten Menschen zu garantieren;
  • sich angesichts der Übergriffe gegen Angehörige sexueller Minderheiten bestürzt zeigen und fordern, dass diese Verbrechen, darunter der Mord an Nestor Adonai Marenco, zum Gegenstand einer umfassenden Untersuchung werden;
  • darum bitten, über den Verlauf der Ermittlungen informiert zu werden.

APPELLE AN:

S. E. Francisco Flores, Presidente de la República de El Salvador,
Casa Presidencial, San Salvador, REPUBLIK EL SALVADOR
(Staatspräsident - korrekte Anrede: Sr. Presidente)

Telegramm: presidente, san salvador, el salvador
E-Mail: presidente@casapres.gob.sv
Telefax: (00 503) 281 0018, (00 503) 243 4912

Dr. Francisco Bertrand Galindo, Ministro de Seguridad Pública,
Ministerio de Seguridad Pública, 6a. Calle Oriente y 8a. Avenida Sur, No.42,
San Salvador, EL SALVADOR
(Minister für öffentliche Sicherheit - korrekte Anrede: Señor Ministro)

Telegramm: ministro seguridad publica, san salvador, el salvador
Telefax: (00 503) 271 2022

Sr. Belisario Amadeo Artiga, Fiscal General,
Fiscalía General de la República,
Centro de Gobierno, 5º Piso, San Salvador,
EL SALVADOR
(Generalstaatsanwalt - korrekte Anrede: Sr. Fiscal General)

Telegramm: fiscal general, san salvador, el salvador
Telefax: (00 503) 225 6171

KOPIEN AN:

William Hernández, Asociación Entre Amigos,
Avenida y Colonia Santa Victoria, No.50

Costado Norte Boulevard de los Héroes,
San Salvador,
EL SALVADOR
(Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzt)

E-Mail: entreamigos@salnet.net
Telefax: (00 503) 225 4213, (00 503) 235 1640

"El Diario de Hoy",
11 Calle Oriente, 271,
San Salvador, EL SALVADOR (Zeitung) 

Telefax: (00 503) 271 3329
E-Mail: redaccion@elsalvador.com

"La Prensa Gráfica", Final Boulevard Sta Elena, Calle Conchagua, Antiguo Cuscatlan, Dpto de la Libertad San Salvador, REPUBLIK EL SALVADOR (Zeitung)

Telefax: (00 503) 289 1802, (00 503) 289 1801
E-Mail: lpg@laprensa.com.sv

Kanzlei der Botschaft der Republik El Salvador,
Adenauerallee 238,
53113 Bonn

Telefax: (0228) 54 98 14

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in urgent actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. März 2000 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail letters in Spanish or your own language:

  • expressing concern for the safety of William Hernández in the light of the authorities’ apparent failure to investigate death threats made against him on 5 November 1999 or bring those responsible to justice;
  • expressing concern that the authorities have failed to provide William Hernández with the protection he needs;
  • reminding the authorities of their legal obligation to investigate threats made against any citizen promptly, fully and impartially, and to take appropriate steps to guarantee their safety;
  • expressing grave concern at continuing reports of murders of members of sexual minorities, such as that of Nestor Adonai Marenco in December 1999, and asking to be informed of progress in the official investigation into the murder.

UA-EX-159/99-1
Index:AMR 29/002/2000
03. Februar 2000