Deutsche Polizei beim G8-Gipfel in Genf, 29. Mai 2003,© APGraphicsBank
Deutsche Polizei beim G8-Gipfel in Genf, 29. Mai 2003,© APGraphicsBank

HASSKRIMINALITÄT (HATE CRIME), RACIAL/ETHNIC PROFILING UND POLIZEIGEWALT IN DEUTSCHLAND - BERICHTE VON BETROFFENEN GESUCHT!

Für ein Forschungsprojekt zu Hassverbrechen in Europa sucht das Internationale Sekretariat von Amnesty International Betroffene in Deutschland, hier der Aufruf dazu des Reasearchers Marco Perolini:

Im Rahmen von Amnesty Internationals europaweitem Projekt zur Bekämpfung von Diskriminierung, Hasskriminalität (hate crime) und Rassismus erfassen wir die Berichte von Opfern diskriminierender Gewaltverbrechen (motiviert durch Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie u.a.), von Racial/Ethnic Profiling (rassistischen Fahndungsmuster) sowie ethnischen Minderheiten die von der Polizei misshandelt wurden.


Die Ermittlung von Schicksalen Einzelner die Menschenrechtsverletzungen erleiden
mussten, ist Kernstück von Amnesty Internationals Arbeit. Der Hinweis auf konkrete Beispiele von Menschenrechtsverletzungen ist besonders dann wichtig, wenn wir politische Entscheidungsträger und die gesamte Gesellschaft davon überzeugen wollen, dass eine Veränderung der bestehenden Gesetzeslage zur Verhinderung weiterer Menschenrechtsverletzungen notwendig ist. Im Rahmen unserer Forschungsarbeit zur Situation betreffend Hasskriminalität und Rassismus in Deutschland tragen wir deshalb Fälle von Individuen, Gruppen oder Gemeinschaften zusammen, die zum Ziel diskriminierender Gewalttaten (discriminatory violence) anderer Individuen oder staatlicher Einrichtungen (der Polizei mit eingeschlossen) geworden sind Des Weiteren würden wir gerne Beispiele bezüglich diskriminierender Polizeiarbeit, einschlieβlich Ethnic Profiling
oder Misshandlungen, dokumentieren.


Wir würden uns gerne mit Opfern von Hasskriminalität, rassistischen Fahndungsmustern oder Polizeigewalt unterhalten und mit Ihnen über ihre Erfahrungen sowie die Reaktionen der Behörden sprechen: Hat die Polizei Ermittlungen angestellt? Wurden die Opfer rechtzeitig und regelmäβig über ihre Rechte und den Verfahrensstand informiert? Erhielten die Opfer in irgendeiner Form Unterstützung?


Wir bitten Sie hiermit höflichst, mit uns in Kontakt zu treten, sollten Sie in irgendeiner Form schon einmal Opfer von diskriminierenden Bedrohungen oder Gewalttaten gewesen sein.
Wir werden keine Informationen im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit verwenden, es sei denn, Sie geben uns Ihr ausdrückliches Einverständnis dazu.


Unser Vorgehen orientiert sich an strikten ethischen Grundsätzen:

- Sie entscheiden selbst, ob Sie an einem Interview mit Amnesty International
teilnehmen möchten. Sie können auch zunächst noch weitere Informationen zu
unserem Projekt anfordern anhand welcher Sie die Entscheidung treffen, ob Sie
interviewt werden möchten. Ihre Zusage ist keinesfalls verbindlich. Sie können Ihre Zusage demnach jederzeit zurücknehmen und das Interview jederzeit abbrechen.
Es besteht auch die Möglichkeit nur ausgewählte Fragen zu beantworten und andere unbeantwortet zu lassen.


- Sie können das Interview jederzeit - ohne Nennung eines Grundes - beenden.


- Sollten Sie das Ihnen Zugestoβene ausschließlich mit Mitarbeitern von Amnesty
International nicht aber mit der Öffentlichkeit teilen wollen, wird Ihre Aussage
selbstverständlich vertraulich behandelt. Ihre Angaben wären dennoch wertvoll für
uns, um die untersuchte Thematik innerhalb der Stadt/Gemeinde, in der Sie leben,
besser verstehen zu können.


- Sie können selbst darüber bestimmen, in welcher Form Ihre Schilderungen
veröffentlicht werden. Wir können Ihre Geschichte vollkommen anonymisieren,
sodass niemand Sie damit in Verbindung bringen kann. Wir können z.B. Ihren
Namen und/oder Ihren Wohnort ändern oder alle bzw. einige Ihrer persönlichen
Angaben verschweigen.


- Wir werden Sie regelmäβig über unsere Arbeit informieren, und Sie haben jederzeit (auch zu einem späteren Zeitpunkt) die Möglichkeit Ihre Meinung zu ändern (sie können z.B. verlangen, dass Ihre Geschichte nicht veröffentlicht wird).

Für weitere Informationen schreiben Sie uns bitte eine E-Mail (auf Englisch oder Deutsch) an:
Marco Perolini, Researcher zu Diskriminierung in Europa, marco.perolini@amnesty.org


HATE CRIMES, ETHNIC PROFILING AND POLICE ILL-TREATMENT IN
GERMANY- TESTIMONIES


Amnesty International is working on hate crimes and racism in Germany and is collecting testimonies from victims of violent attacks perpetrated with a xenophobic, racist, homophobic or any other discriminatory motive, victims of ethnic profiling by police and victims of ethnic minorities who suffered ill-treatment at the hands of police.


Amnesty International's research always aims at identifying cases of individuals who experienced human rights violations. It is indeed crucial to refer to concrete examples if we want to make clear to policy makers and the society overall that a change is needed in order to end human rights violations. In the context of our work on hate crimes and racism in Germany, we are therefore collecting cases of individuals, groups or communities who were targeted with discriminatory violence by either other individuals or state institutions including the police. We also would like to collect examples of discriminatory police practices including ethnic profiling or ill-treatment.


We would like to talk to victims of hate crimes, ethnic profiling and police ill-treatment about their experiences and about if and how authorities reacted: did the police investigate the crime? Were the victims informed timely? Were they given support?


We would like to ask you to get in touch with us if you have experienced any discriminatory threat or violence. We will keep all the information confidential if you want us to do so. We will not use any information publicly unless you give us the explicit consent for that purpose.


We operate through strict ethical principles:


- You are free to decide if you want to be interviewed by Amnesty International. You may request further information with regards to the project and decide whether to be interviewed or not. You may change your mind at any time, including during the interview, or you can choose to answer only to some of our questions.


- You can choose to stop the interview at any time and without having to justify yourself


- You may choose to talk to us but not to share your story with anyone else. In this case we would keep all information confidential. These would still be very important to us to better understand the context of the city/country where you live


- You can tell us how you want your story to be published. We can discuss arrangements to make your story completely anonymous so that no one else could identify you. We can change your name, your place of resident etc or omit to mention all or some of the personal information concerning you;


- We will keep you updated on our work and you will be given the opportunity to change your mind at a later stage (you could for example tell us not to publish your story).


For further information write to us in English or German: Marco Perolini, Researcher on Discrimination in Europe, marco.perolini@amnesty.org