Urgent Action: 200 Partygänger in Haft

Mindestens 200 Personen werden an einem unbekannten Ort in Bahrain festgehalten, weil sie eine Party besucht hatten, die in einigen lokalen Medien als "Schwulenparty" bezeichnet wurde.

Die inhaftierten Personen sind bisher nicht unter Anklage gestellt worden. In den Medien wird berichtet, dass viele der Partygäste "schwul" seien und "sittenwidrige" Handlungen begangen haben sollen.

Medienberichten zufolge nahm die Polizei am 2. Februar mindestens 200 Personen auf einer Party im Hidd Sports Club in al-Muharraq fest. Die Polizei führte in der Veranstaltungshalle in den frühen Morgenstunden eine Razzia durch, nachdem sich Anwohner über den Lärmpegel beklagt hatten. Lokalen Medienberichten zufolge sollen einige Anwesende Alkohol getrunken haben, während andere - männliche - Partygäste Frauenkleider getragen haben sollen.

Der Aufenthaltsort der festgenommenen Personen ist weiterhin unbekannt. In den Medien wird berichtet, dass sie "sittenwidrigen Verhaltens" beschuldigt werden. Amnesty International vorliegenden Berichten zufolge wurden die Fälle der inhaftierten Personen zur Anklageerhebung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Viele der Inhaftierten sollen aus Golfstaaten oder anderen arabischen Ländern stammen.

Amnesty International ist bisher nicht bekannt, worauf sich die Anschuldigungen des "sittenwidrigen Verhaltens" stützen. Sollten sich die über 200 Personen nur aufgrund ihrer vermeintlichen sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität in Haft befinden, so fordert Amnesty International ihre sofortige Freilassung. Alle diejenigen, die nur aufgrund ihrer vermeintlichen sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität inhaftiert sind, werden als gewaltlose politische Gefangene betrachtet. Das Recht auf Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts umfasst auch die sexuelle Orientierung und ist Teil vieler internationaler Verträge, so auch des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR), dessen Vertragsstaat Bahrain ist.

EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie eindringlich darum, unverzüglich den Aufenthaltsort der Personen preiszugeben, die am 2. Februar im Hidd Sports Club festgenommen wurden.
  • Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass die festgenommenen Personen von Amnesty International als gewaltlose politische Gefangene betrachtet würden, wenn sie sich nur aufgrund ihrer vermeintlichen sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität in Haft befinden sollten. Falls dies der Fall sein sollte, fordert Amnesty die sofortige und bedingungslose Freilassung der Inhaftierten.
  • Ich appelliere an Sie, die Sicherheit der festgenommenen Personen zu gewährleisten, indem Sie unter anderem ihre Namen, Identitäten und etwaige fotografische Aufnahmen als privat behandeln.
  • Bitte ermöglichen Sie den Gefangenen unverzüglichen Zugang zu ihren Familien und ihren Rechtsbeiständen sowie zu jeglicher benötigter medizinischer Versorgung.
  • Ich fordere Sie auf, in Bahrain das Recht auf Vereinigung zu gewährleisten.

APPELLE AN

INNENMINISTER
Shaikh Rashid bin Abdullah bin Ahmad Al Khalifa
Ministry of Interior
P.O. Box 13, al-Manama
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 973) 1723 2661

JUSTIZMINISTER
Shaikh Khaled bin Ali Al Khalifa Ministry of Justice and Islamic Affairs
P.O. Box 450, al-Manama
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 973) 1753 1284

KOPIEN AN

AUSSENMINISTER
Shaikh Khalid Bin Ahmed Bin Mohamed Al Khalifa
P.O. Box 547, al-Manama
BAHRAIN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Fax: (00 973) 1721 2603

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS BAHRAIN
S.E. Herrn Ahmed Mohamed Yousif Aldoseri
Klingelhöfer Str. 7
10785 Berlin
Fax: 030-8687 7788
E-Mail: info[at]bahrain-embassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. März 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the authorities to immediately reveal the whereabouts of those arrested in the Hidd Sports Club on 2 February.
  • Noting that, if they have been detained on the basis of their perceived sexual orientation or gender identity, Amnesty International would consider them to be prisoners of conscience and call for their immediate and unconditional release.
  • Urging the authorities to ensure their safety and security, including by keeping their names, identities and any images of them private.
  • Urging the authorities to ensure they have prompt access to their families and lawyers and any medical attention they require.
  • Urging the authorities to guarantee the rights to freedom of association in Bahrain.