Emily Gray - Amnesty-Expertin für Menschenrechte und sexuelle Orientierung bzw. Geschlechtsidentität © Rupert Haag
Emily Gray - Amnesty-Expertin für Menschenrechte und sexuelle Orientierung bzw. Geschlechtsidentität © Rupert Haag

Indischer Minister bezeichnet Homosexualität als »Krankheit«

Der indische Gesundheitsminister Ghulum Nabi Azad erklärte Anfang Juli auf einer Konferenz in Neu-Delhi, Geschlechtsverkehr zwischen Männern sei »komplett unnatürlich« und eine »Krankheit« aus dem Westen.

»Er muss seine Bemerkungen zurücknehmen«, sagte Emily Gray, Amnesty-Expertin für Menschenrechte und sexuelle Orientierung bzw. Geschlechtsidentität. »Indien hat in den vergangenen zehn Jahren viel für den Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen getan«, so Gray. »Es wäre beschämend, wenn diese Erfolge bei der Unterstützung sexueller Minderheiten durch derartige Bemerkungen von Regierungsmitgliedern untergraben würden.«.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge führe eine öffentliche Stigmatisierung dazu, dass schwule Männer seltener einen HIV-Test durchführen ließen oder eine Behandlung in ­Anspruch nehmen würden. Erst 2009 schaffte der Oberste ­Gerichtshof in Neu Delhi ein Gesetz ab, das für homosexuelle Handlungen eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren vorsah.