Mitglieder von Amnesty International Argentinien beim Briefmarathon 2014 in Buenos Aires, © Amnesty International Argentina
Mitglieder von Amnesty International Argentinien beim Briefmarathon 2014 in Buenos Aires, © Amnesty International Argentina

Argentinien muss schreckliche Angriffswelle auf Transaktivistinnen aufklären

Die Morde an drei Transfrauen im letzten Monat müssen die argentinischen Behörden dazu veranlassen, effektivere Maßnahmen zum Schutz einer der am stärksten marginalisierten Bevölkerungsgruppen des Landes zu ergreifen, fordert Amnesty International.

AMNESTY INTERNATIONAL

Pressemitteilung

14. Oktober 2015

 

Gestern Abend wurde Amancay Diana Sacayán, eine bekannte Aktivistin für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender-Personen (LGBTI), tot in ihrer Wohnung in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires aufgefunden. Ihr Körper wies Spuren von Gewalteinwirkung auf. Einen Monat zuvor waren Marcela Chocobar und Coty Olmos, zwei Transfrauen und Leiterinnen von LGBTI-Organisationen, in den Provinzen Santa Fe und Santa Cruz ebenfalls gewaltsam getötet worden.

"Über Argentiniens Trans*Community brauen sich dunkle Wolken zusammen. Sollte diese neueste Mordserie nicht erfolgreich aufgeklärt und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden, würde dadurch die Botschaft vermittelt, dass es völlig in Ordnung ist, Transfrauen anzugreifen", warnte Mariela Belski, Geschäftsführerin von Amnesty International Argentinien.

"Argentinien darf nicht zulassen, dass sich diese Welle von Gewalttaten fortsetzt. Ein guter und lang erwarteter erster Schritt wäre es, eine Datenbank einzurichten, welche Verbrechen aufgrund der Geschlechtsidentität dokumentiert, und starke Mechanismen zu entwickeln, um geschlechtsspezifische Gewalttaten aufzuklären und zu bestrafen."