Mitglieder des "Ekurhuleni Pride Organising Committee" (EPOC) protestieren gegen den mangelnden Fortgang der Ermittlungen gegen Noxolo Nogwazas Mörder, Süd Afrika, Juni 2011. ©EPOC
Mitglieder des "Ekurhuleni Pride Organising Committee" (EPOC) protestieren gegen den mangelnden Fortgang der Ermittlungen gegen Noxolo Nogwazas Mörder, Süd Afrika, Juni 2011. ©EPOC

Südafrika: Ein Gerichtsurteil ist ein positiver Schritt gegen Hassverbrechen

Die Verurteilung eines südafrikanischen Mannes vom Obersten Gerichtshof in Johannesburg wegen Vergewaltigung und Mord an einer lesbischen Frau und die strenge Verurteilung von diskriminierendem Verhalten, das dieses Verbrechen anfeuerte, durch den vorsitzenden Richter stellt einen positiven Schritt vorwärts dar und wird dazu beitragen, Hassverbrechen im Land stärker zu thematisieren, das sagte Amnesty International heute.

AMNESTY INTERNATIONAL
Öffentliches Dokument
28. November 2014

Lekgoa Motleleng wurde für Vergewaltigung und Mord an Duduzile Zozo in Thokoza, nahe Johannesburg, im Juni letzten Jahres für schuldig befunden und verurteilt. In der Urteilsverkündigung sagte der Richter Tshifiwa Maumela, dass "niemand das Recht hat andere zu "korrigieren" wenn es um das Recht geht, jemanden des eigenen Geschlechtes zu lieben".

Die Vergewaltigung und Ermordung der 26 jährigen Duduzile Zozo, offensichtlich weil sie die sexuellen Angebote von Motleleng ablehnte, führte zu einem öffentlichen Aufschrei, der zu einem entschlossenen Vorgehen der Behörden und zur Aufklärung der Tat führte und den Täter vor Gericht brachte.

"Es ist schockierend, dass diese Hassverbrechen weiterhin in Südafrika vorkommen, obwohl die Verfassung klar die Rechte aller Menschen auf Würde, Gleichheit und Freiheit unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung anerkennt," sagte Deprose Muchena, Regionaldirektor von Amnesty International im südlichen Afrika.
"Die Aussagen des Richters, die Diskriminierungen von Individuen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verurteilen und die Betonung der Schwere des verübten Verbrechens haben für die Öffentlichkeit demonstriert, dass Gewalt, die an einer Person aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verübt wird, falsch ist und eine Verletzung ihrer Menschenrechte darstellt und bestraft werden muss," sagte Muchena.

Dieses Urteil geschah im Zusammenhang mit den erhöhten Anstrengungen der Abteilung für Justice and Constitutional Development zusammen mit Mitgliedern von zivilgesellschaftlichen Organisationen um effektive Prävention und verbesserte Strafverfolgung gezielter Gewalt und anderen Diskriminierungen gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersex Personen (LGBTI) zu verbessern.


Es gibt aus dem Duduzile Zozo Fall, der zu einer erfolgreichen Ermittlung und Verurteilung führte, viel zu lernen, da die Gewalt gegen LGBTI Personen in Südafrika anhält und tief verwurzelte Probleme vorhanden sind, die durch vorurteilsgeprägte Haltungen und einen Mangel an Fähigkeiten für eine effektive Durchführung von Strafverfahren und andere Vorfälle begründet sind. Dadurch wird eine konsequente Strafverfolgung von Tätern ähnlicher Hassverbrechen untergraben. Die südafrikanische Regierung muss mit ihren Anstrengungen, die Menschenrechte für alle Südafrikaner_innen ohne Diskriminierungen zu gewährleisten, fortfahren.