Protest gegen Diskriminierung von LGBTI in Tunesien, © Mawjoudin, We Exist
Protest gegen Diskriminierung von LGBTI in Tunesien, © Mawjoudin, We Exist

Tunesien: Petition: Verfolgte LGBTI schützen!

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Amnesty International wurde dokumentiert, dass die Behörden häufig daran scheitern, homophobe und transphobe Hassverbrechen ordnungsgemäß zu untersuchen und zu bestrafen.

Ebenso werden homosexuelle Männer in Tunesien oft ohne Beweise über gleichgeschlechtliche Beziehungen oder ohne den Nachweis einer homosexuellen Handlung verhaftet. Die die meisten Festnahmen basieren auf Geschlechterstereotypen, wie Aussehen und Verhalten, wodurch "effeminiert" erscheinende Männer und Transgender-Frauen am meisten gefährdet sind.Bei Männern, die wegen gleichgeschlechtlicher Beziehungen beschuldigt werden, wird meist routinemäßig von einem Richter eine von Ärzten durchgeführte Analuntersuchung angeordnet mit dem Ziel, "Beweise" für Analsex zu finden. Die Methode wird als unwissenschaftlich diskreditiert.

Obwohl Verdächtige die Untersuchung theoretisch verweigern können, sagen Aktivisten, dass die meisten Menschen ihre Rechte nicht kennen und sich unter Druck gesetzt fühlen, der Untersuchung zuzustimmen. Sie werden oft von der Polizei eingeschüchtert und ihnen wird gesagt, dass die Verweigerung als Beweis gegen sie verwendet werden kann.
Das Problem wurde vor kurzem durch den Fall des 22-jährigen "Marwan" bekannt. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis wegen 'homosexueller Beziehungen "verurteilt. Zunächst hatte die Polizei Marwan wegen eines Mordes eines Mannes in Sousse vorgeladen, er hatte jedoch jede Verwicklung verneint. Nachdem ihm die Polizei gedroht hatte, wegen Mordes Anklage gegen ihn zu erheben, hatte er zugegeben, Sex mit dem Opfer gehabt zu haben und wurde wegen "Sodomie" gemäß Artikel 230 verurteilt.

Amnesty International hat mit LGBTI Menschen in Tunesien gesprochen, die mit Messern attackiert und aufgeschlitzt wurden, in den Kopf getreten wurde, mit Zigarettenkippen verbrannt und mit dem Tod wegen ihrer Geschlechtsidentität oder der sexuellen Ausrichtung bedroht wurden. Ihre Anzeigen bei der Polizei wurden oft abgewiesen oder wegen der Bestimmungen des Artikels 230 abgewiesen. Amnesty International fordert die tunesischen Behörden auf, Artikel 230 aufzuheben und gleichgeschlechtliche Beziehungen zu entkriminalisieren.

Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition an die tunesische Regierung!

Die Datei stellen wir Ihnen hier in französischer, deutscher und englischer Sprache zum Download zur Verfügung.