Oberster Gerichtshof der Republik Südafrika in Johannesburg, © Rupert Haag
Oberster Gerichtshof der Republik Südafrika in Johannesburg, © Rupert Haag

Briefe gegen das Vergessen: Südafrika - Noxolo Nogwaza

Noxolo Nogwaza wurde in den frühen Morgenstunden des 24. April 2011 getötet, als sie sich nach einem Abend mit Freund_innen auf dem Weg nach Hause befand. Die 24-Jährige wurde vergewaltigt und mehrfach geschlagen - allem Anschein nach, weil sie lesbisch war.

November 2015

Dann warf man ihre Leiche in einen Entwässerungsgraben. Die Regierung Südafrikas hat eine nationale Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Hassverbrechen an Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgeschlechtlichen und Intersexuellen (LGBTI) ins Leben gerufen. Obwohl diese Arbeitsgruppe dem Fall von Noxolo Nogwaza Priorität eingeräumt hat, sind auch mehr als vier Jahre nach ihrem Tod bei den Ermittlungen keine Fortschritte zu verzeichnen, und es ist noch immer keiner für die Tat zur Verantwortung gezogen worden.

Trotz drohender Gewalt, Schikane und Drangsalierung setzte sich Noxolo Nogwaza für LGBTI-Rechte in Südafrika ein und versteckte ihre Sexualität nicht. Sie war ein aktives Mitglied des lokalen Ekurhuleni Pride Organising Committee, einer Organisation, die sich für die Rechte von LGBTI und gegen Hassverbrechen, Schikane und Unrecht einsetzt.

Menschen werden in Südafrika noch immer häufig wegen ihrer Geschlechterrolle oder ihrer mutmaßlichen sexuellen Orientierung angegriffen und brutal ermordet. Besonders oft kommt es zu derartigen Vorfällen in den Townships und ländlichen Gegenden. Seit dem Tod von Noxolo Nogwaza sind mindestens 18 weitere LGBTI getötet worden. Wie viele darüber hinaus angegriffen, vergewaltigt, misshandelt oder drangsaliert worden sind, ist nicht bekannt. In der Region Ekurhuleni, wo Noxolo Nogwaza gelebt hat und getötet wurde, kommt es besonders häufig zu derartigen Hassverbrechen. Allein in den vergangenen zehn Jahren sind dort sieben Lesben getötet worden. Die homophobe und transphobe Haltung, von der die südafrikanische Gesellschaft geprägt ist, herrscht auch innerhalb der Polizei und des Medizinwesens und führt so zu weiterer Diskriminierung.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Leiter der Polizeiwache des Townships Tsakane, in denen Sie ihn darum bitten, sicherzustellen, dass die Umstände des Todes von Noxolo Nogwaza wirksam und umfassend untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Fordern Sie ihn zudem auf, dafür zu sorgen, dass Angehörige und Kolleg_innen von Noxolo Nogwaza regelmäßig über den Stand der Ermittlungen informiert werden.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an:
Colonel Petros Shilane
Station Commander, Tsakane Police Station
P.O. Box 70364, Tsakane, 1548, SÜDAFRIKA
Fax: 00 27 - 11 363 5434
(Anrede: Dear Colonel / Sehr geehrter Herr Shilane)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,80 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Südafrika
S. E. Herr Makhenkesi Arnold Stofile
Tiergartenstraße 18, 10785 Berlin
Fax: 030 - 220 731 90
E-Mail: berlin.political[at]dirco.gov.za