Homophobie beenden – Armband zum Welt AIDS Tag in Nairobi 2010. ©Felix Masi/Demotix
Homophobie beenden – Armband zum Welt AIDS Tag in Nairobi 2010. ©Felix Masi/Demotix

Sambia wird angehalten, zwei Männer zu entlassen, denen gleichgeschlechtliche Sexualhandlungen vorgeworfen werden.

Sambische Behörden müssen umgehend zwei junge Männer freilassen, denen Entlassung auf Kaution verwehrt wurde, nachdem sie mit der Begründung verhaftet wurden, Geschlechtsverkehr „wider die Natur“ gehabt zu haben, gibt Amnesty bekannt.

Gemäß den Staatsmedien hat die Polizei in Kapiri Mposhi in Zentral-Sambia am Montag Phil Mubiana und James Mwansa, beide 21 Jahre alt, im Dorf Ndeke verhaftet. Aus ihren Quellen erfuhr Amnesty International, dass der Nachbar von einem der beiden Männer sie angezeigt hatte. Darauf erfolgte ihre Verhaftung – die zweite aufgrund angeblicher gleichgeschlechtlicher Sexualhandlungen, was unter Sambias Strafgesetz als Tatbestand betrachtet wird.

„Die Verhaftung zweier Männer ausschließlich aufgrund ihrer tatsächlichen oder angenommenen sexuellen Orientierung kommt Diskriminierung gleich und verstößt damit gegen ihre Rechte auf Gewissensfreiheit, freie Meinungsäußerung und Privatsphäre. Gesetze, die Homosexualität und Geschlechtsidentität kriminalisieren, kriminalisieren auch die rechtmäßige Ausübung dieser Menschenrechte, die wiederum durch Verträge geschützt sind, die von Sambia ratifiziert wurden, unter anderem die Internationale Vereinbarung über zivile und politische Rechte und die Afrikanische Charta der Menschen- und Völkerrechte“, sagte Simeon Mawanza, Mitarbeiter von Amnesty International in Sambia.

Amnesty Internationals Quellen bescheinigen den beiden inhaftierten Männern ein niedriges Bildungsniveau und kaum Verständnis des sambischen Rechtssystems oder ihrer persönlichen Rechte. Die Behörden haben die Männer angeblich ohne ihre Zustimmung analen Untersuchungen unterzogen und könnten sie auch gezwungen haben, Geständnisse abzulegen, um den Prozess zu beschleunigen.

“Anale Untersuchungen, die durchgeführt werden, um gleichgeschlechtliche Sexualhandlungen zu beweisen, sind wissenschaftlich nicht haltbar, und verstoßen außerdem, wenn sie ohne Einwilligung der Männer durchgeführt wurden, gegen das Verbot der Folter und anderer grausamer, unmenschlicher und unwürdiger Behandlung oder Bestrafung gemäß internationalem Recht“, sagte Simeon Mawanza.

„Derartige Untersuchungen sind in jedem Fall hochgradig invasiv und erniedrigend. Zusätzlich verstoßen die Ärzte, die diese Untersuchungen gewaltsam durchführen, gegen ihre ethischen Verpflichtungen gegenüber den Menschen, die sie untersuchen. Jeder Mensch, der einer derartigen Misshandlung unterzogen wurde, sollte eine angemessene Hilfeleistung bekommen und vor weiteren Misshandlungen geschützt werden.“ Berichten zufolge wurden die beiden Männer das erste Mal am 25. April verhaftet und in der Polizeiwache von Kapiri Mpoashi festgehalten, bis sie am 2. Mai gegen Kaution entlassen wurden.

Seit ihrer erneuten Verhaftung haben die Männer noch keinen Anwalt gesehen. Sie plädieren auf nicht schuldig in Anbetracht der Anklage. Sie werden im Mpima Untersuchungsgefängnis festgehalten und sollen am 22. Mai vor Gericht erscheinen.

Es wird vermutet, dass sie in Kapiri Mposhi in einer überfüllten Zelle festgehalten wurden und ihnen für ca. 12 Stunden der Zugang zu Wasser und Nahrung verwehrt wurde.

„Amnesty International betrachtet Menschen, die ausschließlich aufgrund ihrer privaten, einvernehmlichen Sexualbeziehungen gefangen gehalten werden als politische Häftlinge und fordert ihre sofortige, bedingungslose Freilassung“, sagte Simeon Mawanza.

Die Verhaftungen in Kapiri Mposhi sind der zweite aktuelle Fall von Verhaftungen durch sambische Behörden zur Unterdrückung sexueller Minderheiten und ihrer Unterstützer.

Letzten Monat wurde in Lusaka ein Menschenrechtsaktivist verhaftet, nachdem er im Fernsehen LGBTI-Rechte unterstützt hatte. Er wurde anschließend auf Kaution entlassen.