El Salvador - SORGE UM SICHERHEIT / MORDDROHUNGEN

William Hernández, Direktor einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzt

Wie amnesty international erst jetzt erfahren hat, willigte die Polizei im Februar dieses Jahres schließlich ein, Maßnahmen zum Schutz von William Hernández zu ergreifen. Der Menschenrechtler führt dies auf die zahlreichen Appellschreiben des internationalen Eilaktionsnetzes zurück und hat kürzlich einer in El Salvador weilenden Delegation von amnesty international deswegen gedankt: ”Es steht außer Zweifel, dass ich ohne diesen weltweiten öffentlichen Druck keinen Polizeischutz erhalten hätte” ("es innegable que sin esta presión no nos hubieran dado la seguridad").

Bei dem Treffen zeigte William Hernández den ai-Vertretern seine gesamt Kopien von Appellschreiben, insgesamt 468 Briefe und 858 E-Mails. Als die Behörden zunächst so taten, sie wüssten nichts von seinem Fall, konnte er ihnen die Kopien der Appellschreiben von UA-Schreibern aus aller Welt vorlegen.

Ausländische Botschaften in El Salvador haben sich ebenfalls wiederholt bei den Behörden erkundigt, welche Maßnahmen ergriffen würden, nachdem sie von amnesty international über die Morddrohungen gegen William Hernández erfahren hatten. Zwar haben die salvadorianischen Behörden inzwischen Ermittlungen in einigen Fällen von Menschenrechtsverletzungen gegen sexuelle Minderheiten eingeleitet, aber in der Regel können die für Übergriffe und Diskriminierungen gegen Lesben, Bi- und Transsexuelle verantwortlichen Personen in El Salvador weiterhin mit Straffreiheit rechnen.

Die Nichtregierungsorganisation ”Entre Amigos”, deren Direktor William Hernández ist, gehört zu einer Reihe von Basisorganisationen, deren Telefone angezapft wurden. ”Entre Amigos” beschwerte sich im Februar 2000 deswegen beim Polizeichef und anschließend auch bei der Telefongesellschaft, sodass der Fall derzeit untersucht wird.

William Hernández erhielt vor kurzem von der Internationalen Menschenrechtskommission der Lesben und Schwulen den ”Felipa de Souza-Preis 2000” wegen seines wertvollen Beitrags zur Wahrung der Menschenrechte und der Freiheiten von sexuellen Minderheiten in El Salvador. Weitere Aktionen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich für William Hernández eingesetzt haben.