GALZ unter Druck

Der Aktivist für Menschenrechte und Bürgerrechtler für schwullesbische Belange Keith Goddard ist angeklagt worden sich homosexuell betätigt zu haben.

Amnesty International hält dies für einen Vorwand, um seine rechtlich zulässigen Aktivitäten als Initiator von Kampagnen für schwullesbische Bürger- und Menschenrechte zu unterbinden. Keith Goddard hatte sich an die Polizei gewandt, nachdem er seit Anfang Mai 1997 Drohbriefe erhalten hatte. Einen dritten, sehr bedrohlichen Brief hatte Keith Goddard im Januar 1998 erhalten.

Mitte Mai teilte man Goddard mit, daß gegen ihn ein Verfahren wegen illegaler homosexueller Handlungen („Sodomie“) eingeleitet werde. Goddard hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Wenn Keith Goddard - als Mitbegründer und Leiter von „Gays and Lesbians of Zimbabwe“ (GALZ) - für schuldig befunden würde, könnte er zu einer maximalen Freiheitsstrafe von sieben Jahren Gefängnis verurteilt werden. Amnesty International würde ihn als gewaltlosen, politischen Gefangenen anerkennen, wenn er wegen dieser Anklage inhaftiert würde.

Amnesty International ist der Meinung, daß alle Anklagen gegen Keith Goddard sofort eingestellt werden sollten. Außerdem ist ai besorgt über die ständige Diskriminierung der GALZ und fordert Simbabwe auf, die bestehenden Gesetze, die eine Bestrafung bzw. eine Inhaftierung von Menschen allein auf Grund ihre Homosexualität oder auf Grund von einvernehmlichen Geschlechtsverkehr im privaten Bereich zwischen Erwachsenen ermöglichen, aus dem StGB zu streichen.

Amnesty International vertritt die Position, daß solche Gesetze internationale Menschenrechtsstandards verletzen. Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen erklärte 1994, daß strafrechtliche Regelungen, die private homosexuelle Beziehungen unter Strafe stellen, gegen das Recht auf Schutz vor Diskriminierung verstoßen. Diese Rechtsauffassung beruht auch auf dem Recht der persönlichen Unverletzlichkeit, das in dem Internationalen Abkommen über die bürgerlichen und politischen Rechte (ICCPR) garantiert wird

Die Aktionsgruppe Homosexualität hatte für den 8. September zu einem Aktionstag aufgerufen, um bei der Botschaft gegen die drohende Verurtreilung von Keith Goddard zu protestieren. Trotz mehrerer Versuche im Anschluß an die Verhandlung am 9. September haben wir allerdings von der Botschaft nicht erfahren können, ob Keith Goddard tatsächlich verurteilt wurde.